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mes Herz fuͤr Freundſchaft und Liebe hatte, der von allen Redlichen geſchaͤtzt wurde, der ſelbſt bei den geiſtvollen Athenerinnen beliebt war, gerade von ſeinem eignen Weibe gering geſchaͤtzt und vernachläßigt worden waͤre! Allein, alle Umſtaͤnde vereinigen ſich darin, daß Kan⸗ thippe gar nicht aus Abneigung oder feindſeli⸗ gem Herzen muͤrriſch und zaͤnkiſch gegen ihren Gatten war, daß ſie vielmehr fuͤr ihn, wie fur ihre Kinder, Anhänglichkeit fuͤhlte, und ſelbſt gegen ſeine edlen Eigenſchaften nicht blind war. Als der Tag ſeines Todes kam, ſchluchzte ſie an ſeiner Seite im Gefaͤngniß uͤber ſein und ihr Schickſal, und mußte endlich durch einen Freund auf einen Wink des Sokrates hinaus⸗ fuͤhrt werden, weil ſie durch ihr lautes Weh⸗ klagen die letzten Unterredungen des ſterbenden Weiſen mit ſeinen Freunden unterbrochen ha⸗ ben wuͤrde. Eben ſo wenig hegte Sokrates einen Widerwillen gegen ſeine freilich hoͤchſt un⸗ leidliche Gattin, deren große Schwaͤchen er, wie ſchon gezeigt worden, mit einer bewun⸗


