Jahrgang 
3 (1864)
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Von Reinhold Seeger. 71

nichts zu vertheidigen gibt, und durch ihre Abweſenheit gerade da glänzt, wo eine ganze Hölle von Verernichtungswerkzeugen ſich gegen die glor⸗ reichſten Bollwerke der Monarchie entzündete.

Die Bombe ließ nicht lange auf ſich warten. Sie erſchien zuerſt in der Perſon des engliſchen Diplomaten Jackſon, welcher vermöge der ihm angeborenen Unverſchämtheit, wovon er bereits ausgezeichnete Proben abge⸗ legt hatte, der rechte Mann für ſolche Aufträge war. Er kam am 8. Aug. zu dem Kronprinzen nach Kiel und erklärte ihm, man wiſſe ganz gewiß, daß Dänemark von Frankreich und Rußland zur Theilnahme am Bunde gegen England gezwungen werden ſolle; das engliſche Miniſterium ver⸗ lange daher von Dänemark, daß es eine enge Allianz mit ihm ſchließe und zum Unterpfand der Treue ſeine ganze Flotte an die Engländer aus⸗ liefere, damit ſie in einem engliſchen Hafen aufbewahrt und nach Abſchluß des Friedens wieder vollſtändig zurückgegeben werde. Zugleich drohte Jackſon, wenn dieſer Antrag nicht ſogleich angenommen werde, ſo werde die Hauptſtadt bombardirt und die Flotte als gute Beute mit Gewalt geholt.

Der Kronprinz war über eine ſolche Forderung auf's höchſte empört, ſchlug ſie rundweg ab und rief aus:„Wer gibt denn Dänemark ſeine verlorene Ehre wieder? Gehen Sie nach Kopenhagen! Dort iſt mein Vater und ſein Miniſterium. Bringen Sie dort Ihre Vorträge an!“ Jackſon wurde entlaſſen, mußte aber, um nach Kopenhagen zu reiſen, den Landweg einſchlagen, auf welchem er nach des Kronprinzen Befehl, auf jeder Station ein paar Stunden aufgehalten wurde. So gelang es dem Kronprinzen Jackſon zuvorzukommen und nicht ohne Gefahr für ſeine Perſon am 10. Aug. zu Schiff in Kopenhagen einzutreffen. Dort blieb er einen Tag, ordnete in dieſer kurzen Zeit die nothwendigſten Vertheidigungs⸗ maßregeln an, berief den Oberbefehlshaber, General⸗Major von Pey⸗ mann, der mehr Geſchicklichkeit als Ingenieur als Entſchloſſenheit zeigte, den Generalmajor von Bielefeld, Chef der Artillerie, den Kommandanten Steen Bille, gab ihnen ſeine Befehle und ſchärfte ihnen auf's ſtrengſte ein, die Hauptſtadt auf's äußerſte zu vertheidigen und unter keiner Be⸗ dingung die Flotte den Engländern auszuliefern. Am 12. Auguſt Nach⸗ mittags drei Uhr fuhr er wieder ab, um zum Heere nach Holſtein zurück⸗ zukehren und dieſes zur Rettung der Hauptſtadt mobil zu machen. Mit ihm gingen der König, der Herzog von Auguſtenburg, Prinz Chriſtian von Heſſen, die Miniſter, die oberſten Landesbehörden und einige Adju⸗ tanten. Von Korſör, im Weſten von Seeland, ſegelten ſie ab und ris⸗