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24 Das Geheimniß des Advokaten.
das Dunkel lichten, das ohne Zweifel irgend eine Gemeinheit von Seiten Daltons verhüllte.
„Margrave iſt für unſern Kreis eine äußerſt werthvolle Erwerbung — meinen Sie nicht, meine Herren?“ ſagte Sir Lionel.—„Eine Er⸗ werbung? Das wüßte ich doch nicht,“ verſetzte ein junger Regierungs⸗ beamter von Whitehall.„Der Mann iſt verbraucht. Ich traf ihn letzten Juli in— hm, wo doch— Rouſſeau und Gibbon, Childe Harold und die neue Heloiſe— kurz, an einem Platz irgendwo in der Schweiz. In meinem Leben habe ich nie einen Menſchen ſo verändert geſehen.“— „Verändert?“ rief der Baronet. Lenor Daltons Geſicht wurde noch blaſſer.—„Auf Ehre, ja, Sir Lionel. Sehr verändert, kann ich ſagen. Man ſollte meinen, er habe einen Mord begangen, oder etwas der Art,“ fuhr der junge Mann fort, indem er die Zuckerdoſe an ſich rückte und daraus vier oder fünf Stücke in ſeinen Kaffee warf.„Auf Ehre, er hat ganz danach ausgeſehen.“—„Mein lieber Freund, ſeien Sie kein Narr. Nach was ausgeſehen?“—„Sie wiſſen, Schuldbewußtſein, böſes Ge⸗ wiſſen— Lara, Manfred. Sie begreifen. Auf mein Wort,“ fügte der jugendliche Beamte bei, indem er mit einem hölzernen Lachen umherſah, „er kam mir auf und nieder vor wie der ewige Jude oder ſonſt ein Ultra⸗Byroniſcher Held, als ich ihm plötzlich in einer ſehr uncomfortablen Art chromolithographiſcher Berglandſchaft begegnete, ſo daß ich ihn fragte, ob er mit der Alpenhexe oder einer ähnlichen Perſon ein Redezvous zu halten beabſichtige.“
Einige von den Gäſten aus der Provinz verſuchten zu lachen, brachten es aber nicht ſo weit, während die aus der Hauptſtadt nur große Augen machten, als der junge Mann ſich an dem Tiſch nach Beifall umſah. Lenor Dalton dagegen verwandte kein Auge von ſeinem Geſicht, in ge— ſpannter Erwartung, was nun zunächſt kommen werde.—„Vielleicht iſt er krank geweſen,“ bemerkte der alte Baronet.„Er ſagte mir, eh' er in die Schweiz ging, daß er England verlaſſe, weil er einer Luft⸗ und Klimaveränderung bedürfe.“—„Krank?“ verſetzte der Regierungsbeamte. „Auf Chre, daran habe ich nicht gedacht. Möglich, daß er krank ge⸗ weſen iſt. Es wird bisweilen ſchwer, eine Grenzlinie zu ziehen zwiſchen einem böſen Gewiſſen und Leberbeſchwerden. Am Ende iſt's doch nur ſeine Leber. Aber glauben Sie wirklich nicht,“ fügte er, auf ſeine ur⸗ ſprüngliche Idee zurückkommend, bei,„glauben Sie wirklich nicht, er habe


