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Von E. Dom. Brand. 11
Arden,“ fuhr er fort und ließ ſich neben dem Sopha, auf welchem ſie ſaß, auf einen Stuhl nieder, während Horace Margrave auf der andern Seite ſich an den Kaminſims lehnte,„wir begegnen uns unter ſo eigen⸗ thümlichen Verhältniſſen, daß es für unſer beiderſeitiges Glück wohl das beſte iſt, wenn wir raſch miteinander zu einem Verſtändniß kommen. Ihr verſtorbener Onkel war mir der theuerſte Freund, den ich je beſaß. Ein Vater hätte mir nicht theurer ſein können, denn er hat wie der liebevollſte Vater an mir gehandelt. Jeder ſeiner Wünſche muß mir daher für immer heilig ſein. Ich bin übrigens dazu erzogen worden, mich nur auf mich ſelbſt zu verlaſſen, und ſetze einen Stolz darein, ſagen zu können, daß ich nichts beſſeres wünſche, als mir aus eigener Kraft in der Welt Bahn zu brechen, ununterſtützt von Vermögen und fremdem Einfluß. Der Ver⸗ luſt dieſes Geldes wird ſonach für mich kein Verluſt ſein. Geht Ihr Wille dahin, meine Hand zurückzuweiſen und das Vermögen, an das Sie allein einen Anſpruch haben, zu behalten, ſo thun Sie es. Sie ſollen im ungeſtörten Beſitz deſſen bleiben, an das Ihnen vor allen anderen ein Anrecht zuſteht. Herr Margrave, Ihr Rechtsbeiſtand und der Vollſtrecker von Ihres Onkels Teſtament, ſoll morgen meinen unumwundenen Ver⸗ zicht auf dieſes Erbe zu Papier bringen, und ein einziges Wort von Ihnen wird mir als Befehl gelten, Ihnen heute noch Lebewohl zu ſagen, ehe—“ er fügte dies langſam und mit einem ernſten Blick auf das ſchöne Antlitz vor ihm bei—„mein Herz ſich ſo tief verſtrickt hat, daß es mir unmöglich würde, auch nur gerecht zu ſein.“
„Herr Dalton,“ ſagte Horace Margrave, die Beiden unter den Schatten ſeiner Wimper läßig beobachtend,„Sie bringen Römertugend in unſere Alltagswelt. Eine wahrhaftige Säuberung der Atmoſphäre?“ —„Soll ich gehen oder bleiben, Fräulein Arden?“ fragte der junge Mann.—„Bleiben Sie, Herr Dalton!“ ſte erhob ſich bei dieſen Worten und legte, um ſich zu ſtützen, ihre Hand auf die Lehne eines in ihrer Nähe ſtehenden Seſſels.„Bleiben Sie. Können Sie durch die Verbin⸗ dung, welche der Wunſch meines ſeligen Onkels war, glücklich werden, ſo ſei es. Ich darf dieſes Vermögen, das nicht mein iſt, nicht behalten, kann es aber theilen. Ich will Ihnen geſtehen— und ſicherlich werde ich dadurch in Ihrer Achtung nicht verlieren— daß ich es gewagt habe, einem Traume nachzuhängen, in welchem das Bild eines Anderen eine Rolle ſpielte. Es war ein thörichter, abgeſchmackter Traum, wie er nur


