Zur fecture.
Alles Mögliche.
J. V. Teichmanns Litterariſcher Nachlaß. Herausgegeben von F. Din⸗ gelſtedt. Stuttgart. Cotta. 1863.
Der größte Theil unſerer Leſer, die jüngeren zweifelsohne ſonder Ausnahme, dürften bei dieſem Titel vor allem fragen: wer war der Ver⸗ faſſer und was hinterließ er, das Dingelſtedt zur Herausgabe veranlaſſen konnte? Darauf iſt die Antwort kurz und einfach: J. V. Teichmann war Geheimer Secretär der Generalintendantur der Schauſpiele in Berlin, welchem Poſten er, wenn vielleicht auch unter anderen Titeln, über vierzig Jahre vorſtand. Er wurde in den vierziger Jahren von Tieck aufgefor⸗ dert nicht nur die Briefe der bedeutenderen Theaterdichter an die Vorſtände des Berliner Theaters herauszugeben, ſondern auch„eine Art Geſchichte dieſes Theaters“ den Briefen hinzuzufügen. Beides erhalten wir hier.
Tieck ſagt in ſeinem Briefe(ſ. Vorrede), daß durch eine ſolche Ar⸗ beit„eine Lücke in unſerer theatraliſchen Litteratur ausgefüllt würde,“ und ſpricht damit ein auch heut noch wahres Wort aus, da unſeres Wiſſens das vorliegende Buch kein ähnliches zum Vorgänger hatte. Wir haben wohl eine Geſchichte des Theaters, aber keine, die wie dieſe uns von dem Gange eines Theaters ein ſolches fleißig ausgeführtes und ver⸗ hältnißmäßig auch vollſtändiges Bild während eines hundertjährigen Zeit⸗ raums— 1740— 1842— entwürfe. Kam das nur, weil es den weni⸗ gen Eingeweihten an Kenntniſſen, Fähigkeit oder Luſt ſehlte, oder weil niemand Verlangen trug in das Wespenneſt der Künſtlerwelt zu ſtechen, die mit dem Theater zuſammenhängt und bekanntlich an der höchſten Empfindlichkeit gegen jedes eingehende Urtheil leidet? Ja, ſelbſt der Hof⸗
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