Auch ein Sonſt und Jett.
Von
Hugo Schramm.
Die Verſchiedenheit des Sonſt und Jetzt ſpringt uns hauptſächlich bei der Betrachtung unſeres heutigen Verkehrs in die Augen. Wie haben die Eiſenbahnen doch die ganze Welt verändert! Sie gleichen die Unter⸗ ſchiede von Raum und Zeit aus, denn mit der Schnelligkeit des Blitzes faſt eilt das Hochland zur Tiefebene, und raſtlos pulſirt der Verkehr durch das eiſerne Geäder, das ſein Netz um Volk und Land, um Meer und Ocean ſpannt. Die Eiſenſchienen vermitteln nicht allein ſchnell und leicht den materiellen und ideellen Austauſch der verſchiedenen Elemente der einzelnen menſchlichen Geſellſchaften, nein, ſie verbinden alle Zweige der großen Familie der Menſchheit, ſie ſind die Trauringe, welche die Staaten und Völker feſter an einander knüpfen, als Prieſterſpruch und der Kirche Segen die Ehegatten in Eins verſchmelzen und zuſammen⸗ wachſen laſſen; durch ſie will ſich das Univerſum zu einem einzigen Cul⸗ turorganismus metamorphoſiren, und es vollzieht ſich in Wirklichkeit, was eine glühende Dichterphantaſie geträumt hat:„Seid umſchlungen, Mil⸗ lionen!“
Um dieſen ungeheuren Fortſchritt unſerer Zeit nur allein in Bezug auf das Reiſen vollſtändig würdigen zu können, bedarf es durchaus nicht eines Zurückgehens in die Zeit der alten Römer und Griechen*),
*) Ein Blick auf deren Communicatiousmittel würde unſern Stolz in dieſer Beziehung ſogar demüthigen. Die Alten haben darin beinahe nicht weniger Wun⸗ der geleiſtet, als wir. Sie hatten Schiffe von unglaublicher Tragfähigkeit; ſo


