Jahrgang 
1 (1864)
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Inan Pareja, der Mnlattenkünſtler.

Von

Otto Jäger.

Allzu lang hat die Anſicht geherrſcht und iſt von gewiſſen unter dem Einfluß des Intereſſes oder des Vorurtheils ſtehenden Seiten her nachdrücklich in Umlauf geſetzt worden, daß die Negerraſſe ſelbſt in der Vermiſchung mit der europäiſchen nicht jener Veredelung des Gefühls fähig ſei, durch welche allein in der Dichtkunſt, in der Muſik oder in den bildenden Künſten etwas Ausgezeichnetes geleiſtet wird. Man könnte übrigens eine Menge Beiſpiele anführen, welche dieſe ſchnöde Verleum⸗ dung eines großen, aber unglücklichen Theils unſerer Nebenmenſchen widerlegen. Eines der weniger bekannten gibt die Geſchichte des berühm⸗ ten Malers Pareja. Tauſende haben mit Entzücken ſeine Werke betrach⸗ tet, aber wenige wiſſen, daß der Künſtler, der ſie ſchuf, ein Mulatte und ein Sklave war.

Philipp IV. von Spanien, der freigebige Gönner des Velasquez, wünſchte von dieſem ausgezeichneten Maler ein Porträt des ſpaniſchen Admirals Pareja, der nach ruhmvollem Dienſt an der ſüdamerikaniſchen Küſte in die Heimat zurückgekehrt war. Der Seemann freute ſich ſehr über ſein gut gelungenes Porträt und machte einige Tage nach der Vollen⸗ dung desſelben dem Meiſter einen Beſuch, indem er ihm zugleich durch einen jungen Mulattenſklaven eine koſtbare goldene Kette überreichen ließ. Als der Admiral im Begriff war, ſich zu entfernen, wollte ihm der Sklave folgen; doch der hochmüthige Edelmann ſtieß ihn mit dem Fuß zurück und ſagte:Meinſt du, wenn ich eine goldene Kette ſchenke, gehe