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Von Edmund Hoefer. 51
Agnes niemals an des ſogenannten Herrn von Hohneck Schuld geglaubt haben würde.
Der Burſche wurde nun verurtheilt und in's Zuchthaus abgeführt. Hillings zogen aus der Stadt fort und man hörte nichts mehr von ihnen. Nur erfuhr man nach einiger Zeit, daß unſer Fürſt die Dame, ihres Gatten wegen, mit einer geringen Strafe und dem Erſatz an den Juwelier hatte durchſchlüpfen laſſen. Das vernahmen wir etwa zugleich mit der Nachricht, daß ihr Spießgeſelle ſich auf die kühnſte Weiſe aus dem Zucht⸗ hauſe geflüchtet habe und noch nicht wieder erwiſcht worden ſei. Das war im Februar.
Hillings waren bereits vor Weihnachten aus der Stadt fortgezogen, während Agnes ihr Haus noch am ſelben Abend, wo Nachmittags die Sache zum Ausbruch gekommen, verlaſſen und von ihnen zu uns herüber⸗ gezogen war. Nun lebte ſie bei uns und machte ſich nützlicher von Tag zu Tag, ſo daß wir alle ſie immer lieber gewannen. Sogar meine Schweſter, die Löllhardt, ſtand ſich gut mit ihr, was, wenn man bedenkt, wie mißtrauiſch junge Frauen gegen alle Neuerungen in ihrem Eltern⸗ hauſe zu ſein pflegen, viel heißen will. Sie hatte es auch wohl gemerkt, wie es mit mir ſtand, mich daher mit ihrer Freundin nicht mehr gepei⸗ nigt, und meinte ſelber einmal, da wir ſtill zuſammen waren, wenn die Agnes nur einiges Vermögen hätte, ſei ſie ſicherlich die rechte Frau für mich. Aber auf ſolche Weiſe, das heißt, ohne alles Vermögen, werde ich den Gaſthof eben nicht wohl halten können, da ich nach dem Tode der Alten beide Schweſtern ausbezahlen müſſe.
„Ich bin überzeugt, das ſieht das brave Kind auch ſelbſt ein,“ fügte Wilhelmine hinzu,„und ſucht deßhalb eine neue Stelle.“—„Was?“ rief ich ganz entſetzt,„eine neue Stelle? Wiſſen die Eltern davon und haben mir nichts geſagt?“—„Die Eltern wiſſen auch noch nichts, denn die würden nichts davon hören wollen,“ ſprach ſie,„und darum hat ſie ſich an mich gewendet, daß ich ihr zu einem neuen Platz helfen ſolle. Und ſiehſt du, was es für ein braves Kind iſt,“ fuhr ſie fort.„Als ich ſie nun fragte, warum das ſo ſein ſolle, und ob ſie denn nicht gern in unſerem Hauſe ſei, ich habe mir gedacht, ſie wolle am Ende gern ganz darin bleiben,— da verſetzte ſie, das ſei es grade. Sie ſei blutarm und könne ehrlicherweiſe nicht daran denken, in ſolch ein wohlhabendes Haus
zu treten, möge auch um alles in der Welt nicht die Eltern glauben 4*†
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