Jahrgang 
1 (1864)
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Von Edmund Hoefer. 3

Or

folgen werde, ſo weit es ohne Aufſehen zu erregen möglich. Er könne ſich, nicht helfen vor vierzehn Tagen habe er ſelbſt noch den Herrn gegen meinen Vater vertheidigt und ſein Benehmen zu entſchuldigen ge⸗ wußt; jetzt vermöge er den Verdacht nicht zu überwinden, daß es mit ihm vielleicht ganz anders ſtehe,Er hat es wiſſen können, ſagte er düſter, und es waren ſeine letzten Worte,daß ich hieher reiſen und ein paar Tage verweilen würde wenigſtens glaub' ich, daß in ſeiner Ge⸗ genwart davon die Rede geweſen und dennoch hat er mit keiner Silbe angedeutet, daß auch er hieher wolle, daß wir uns hier wiederſehen wür⸗ den. Es ſcheint, als müſſe dies Letztere einem von ihm auf meine hieſige Anweſenheit gegründeten Plane widerſprechen. Es ſcheint ſo vorſichtig zu ſein, daß es unvorſichtig wird. Allein doch genug davon. Adieu Herr Kronberg, adieu Madame! Nehmt Euch die Sache nicht ſo zu Her⸗ zen, Freund. Es muß und wird ſich aufklären. Damit fuhr er ab.

Auch von der Stimmung, in der wir zurückblieben, brauche ich nichts zu ſagen. Meine Mutter weinte und rang die Hände, mein Vater ging umher wie ein grollender Löwe, und wehe dem, der ihm in dieſen erſten Tagen verquer kam, es gab dann eine Scene, die der Betreffende für's Erſte nicht wieder vergaß. Er hatte ſeinen Gäſten, die bei der Ent⸗ deckung zugegen geweſen, Stillſchweigen auferlegt, und auch von der Po⸗ lizei erlangt, daß man nicht von der Sache rede. Es war ihm ſchreck⸗ lich, daß von ſeinem Gaſthof ſolche Geſchichten in's Publikum kommen ſollten. Und da man den unſchuldigen Mann nicht noch mehr betrüben wollte und auch wohl begriff, daß eine Angabe des Orts in dieſem Falle ganz überflüſſig, ſo begnügte man ſich in den öffentlichen Bekanntmachun⸗ gen mit der einfachen Angabe des Falls, der Aufführung und Beſchreibung der entwendeten Gegenſtände und der Adreſſe des Hauſes Felix Roman und Compagnie in Hanau.

Daß unſere Dienſtboten ſchwiegen, iſt begreiflich; die Durchſuchung ihrer Effecten war ihnen ein Herzſtoß geweſen und mußte ihnen, wie man damals dachte, bei jedem Dienſtwechſel trotz ihrer Unſchuld zum Nach⸗ theil gereichen. Und ſo geſchah's, daß man wirklich in der Stadt bisher ſo gut wie nichts von dieſer Sache erfahren hatte man wußte und glaubte dort vielmehr, daß meine Eltern ſelber von einem Diebſtahl be⸗ troffen worden, der uns veranlaßt habe, die Polizei herbeizuholen. Dem Nachbar des Herrn von Heſſenberg hatte Herr Roman noch ſelber ein

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