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Von Johannes Falke. 479
Schütz gleichfalls thätig war. Beide Kapellen gingen jetzt neben einander her und wirkten auch oft im Verein, doch unterſchieden ſie ſich in der Weiſe von einander, daß die letztere entſchiedener der italieniſchen Rich⸗ tung huldigte und ſpäter auch unter die Leitung eines wohl berufenen italieniſchen Muſtkers und Komponiſten, des Angelini Bontempi geſtellt wurde. Schütz, mit der italieniſchen Muſik durchaus vertraut und der⸗ ſelben in einer Weiſe zugeneigt, daß ihm die Vorliebe und ſeine Be⸗ günſtigung der Italiener ſogar zum Vorwurfe gemacht wurde, konnte doch mancherlei Conflicte und Aergerniſſe mit den Fremden nicht vermeiden. Insbeſondere klagte er, daß man ihm jetzt Arbeiten untergeordneter und mühevollerer Art zuwälzte, die ſonſt dem Vicekapellmeiſter zugefallen waren. Er ſehnte ſich nach einem Leben voll Arbeit und Aufregung zu ruhigerem Genuß ſeines Alters, zu behaglicherer Muſe, um ſeinen Werken in ſtiller Zurückgezogenheit die letzte Vollendung geben zu können, und bat deßhalb ſchon um's Jahr 1651 wiederholt um Enthebung von ſeinem mühevollen Amte. Er ſei alt und abgemattet durch Studiren, Reiſen, Schreiben und Arbeit, deren ſeine ſh were Profeſſion und Amt unumgäng⸗ lich benöthigt geweſen, von deren Difficultät und Schwere die wenigſten Gelehrten urtheilen könnten, weil auf deutſchen Univerſitäten ſolch Stu⸗ dium nicht getrieben werde. Die Augen nehmen ab, die Lebenskräfte ſinken, noch möchte er den in jungen Jahren etlichermaßen erlangten guten Namen bei ſeinem jetzigen Alter zu behaupten, ſich keineswegs zu⸗ trauen.—
Da an die Genehmigung dieſer Bitte gar nicht zu denken war, bat er wenigſtens um Beiordnung eines jüngeren 9 Meiſters und ſchlug dazu ſelbſt den Bontempi vor, doch wurde ihm damals ein Deutſcher, ſein ſpäter gleichfalls berühmter Schüler, Chriſtof Bernhard zur Seite geſetzt. Schütz aber blieb verſtimmt oder war ermattet, denn im Jahr 1653 wie⸗ derholte er ſein Entlaſſungsgeſuch und ſchrieb dazu:„Alle diejenigen Mu⸗ ſiker, mit welchen ich mein Directorium angefangen habe, ſind nunmehr verſtorben und ich allein noch übrig; die kurfürſtliche Kapelle iſt mit lauter jungen Leuten beſetzet, unter welchen ich alter Greis ſich nicht wohl rüh⸗ met in Betracht es der Jugend Art iſt, das ſie gern auf Neuerung trachtet und das Alterthum mehr zu verkleinern als zu erheben geneigt iſt.“ Doch der Kurfürſt ließ ihn nicht los und ſo ſtand er noch bis zu deſſen


