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Von Wilhelm Müller. 479
das preußiſche zweite Leibhuſarenregiment unter Major von Stößel, nahm in drei Tagen dem Feinde 7 Kanonen, 36 Pulverwagen, eine Menge anderer Wagen, gegen 1400 Mann und einige hundert Pferde.
Bei Plagwitz, gegenüber von Löwenberg am Bober, erreichte Lange⸗ rons Vorhut den General Puthod, wie er eben über die reißenden Fluten des Bobers zu kommen ſuchte. Derſelbe gehörte zu dem Corps Lauriſtons und war mit etwa 12,000 Mann vor der Schlacht rechts nach dem Ge⸗ birge abgeſchickt worden, um bei Schönau den linken Flügel Blüchers zu umgehen. Wegen des ſchlechten Wetters kam er zu ſpät und erhielt noch auf dem Vormarſch die Nachricht von der Niederlage. Bei dem äußerſt beſchwerlichen Hin⸗ und Hermarſchiren zerſtreute ſich ein großer Theil ſeiner Leute in die Wälder und Häuſer, und weder Güte, noch Drohun⸗ gen und Schläge vermochten ſie, hervorzukommen, da ſie erklärten, es ſei beſſer, gefangen zu werden, als vor Elend umzukommen. Bei Plagwitz, wo ſie zwiſchen den tobenden Fluß, die Ruſſen und ein Regiment Preußen eingezwängt waren, mußte ſich nach verzweifeltem Kampfe der Reſt ergeben; 4000 Mann, darunter General Puthod, wurden gefangen, 16 Kanonen und zwei Adler genommen. Eine Menge Nachzügler fiel einzeln den Ruſſen in die Hände. Die ganze Diviſton war vernichtet, und unverdienterweiſe war es Langeron, der ſich dieſes Glückszugs rühmen konnte. Zwei Tage darauf, am 31. Auguſt, ſtand das ſchleſiſche Heer am QMueis, die Vortruppen ſchon bei Görlitz an der Lauſitzer Neiße. Aber hier war eine Erholung nöthig. Blücher gewährte am 1. September einen Ruhetag, ließ Victoria ſchießen und Gottesdienſt halten und machte die Truppen in einem belobenden Tagesbefehl mit den Reſultaten ihrer Kämpfe und Anſtrengungen bekannt.„Schleſten iſt vom Feinde befreit. 103 Kanonen, 250 Munitionswagen, eine Menge Heergeräthe, 18,000 Gefangene, zwei Adler und andere Trophäen ſind in euren Händen!“ Die feindliche Armee, welche 30,000 Mann verloren haben mochte, war ſo ſehr erſchüttert und demoraliſtrt, daß Macdonald ſchrieb:„Der Kaiſer ſelbſt muß dieſes Heer wieder herſtellen und die Geiſter neu aufrichten.“
Die Kunde von dieſen glorreichen Erfolgen kam zu guter Stunde in das böhmiſche Hauptquartier. Schwarzenberg hatte nach zweitägigem Kampfe bei Dresden(26. und 27. Auguſt), wo Napoleon noch rechtzeitig aus Schleſten angekommen war, ſo eben ſeine geſchlagene Armee über die


