Jahrgang 
2 (1862)
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480 Briefwechſel zwiſchen Heinrich Voß und Jean Paul. Von J. F. Retland.

graphie pag. 326 der zufälligen Anweſenheit älterer Freunde zu Stutt⸗ gart und ausdrücklich der Familie Paullus erwähnt, ſo dürfte es wohl Sophie Paullus, die nach einer kurzen Ehe geſchiedene Gattin A. Wilh. von Schlegels geweſen ſein..

Jean Paul, geboren den 21. März 1763, geſtorben den 14. Nov. 1825, ſtand im 56. Jahre ſeines Alters, als er den Brief ſchrieb, den wir nun folgen laſſen, und wir merken nur noch an, daß er damals eine neue Auflage der Hesperus vorbereitet und nebſt anderen kleineren Ar⸗ beiten auch an ſeiner Biographie geſchrieben hat, wie ſein Tagebuch be⸗ zeugt.

Stuttgart, d. 14. Juni 1819.

Vergieb, mein Heinrich, daß Paket und Handſchrift Dir eine aus⸗ bleibende Freude vorlügen. Jung hatte ſelber die Abſendung des 2 Jahre bei mir wohnhaften Mſpts(Manuſkripts) nachHeidelberg verlangt. Auf mein Brieſchen von hier aus wirſt Du mir noch antworten. Dieſes iſt kaum eines. Von Deinen Bekannten hab' ich noch niemand geſehen außer den überall dienſtfertigen Haug und Matthisson u. Reinbeck und geſtern Cotta, und die um einige Blüthen ärmere Sophie, Zu Ma⸗ lereien iſt hier keine Zeit. Der Himmel oben will ſich mir nicht recht öffnen. Einige Wochen werde ich hier bleiben. In die Silbergrube kann ich meinen Arbeitſack tragen. Lebe wol! Grüße Vater u. Mutter. Es iſt vielleicht doch noch möglich, daß Du kommſt.

Dein Adreſſe: Herrn alter Profeſſor Heinrich Voss. Richter. Hiebei ein Manuſkript in Papier gepackt und bezeichnet P. H. V. Fr. Heidelberg.