Jahrgang 
2 (1861)
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ebenſo frühe erigen attung

Cor⸗ Bd. 1. haft. parte.

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da, können er Be⸗ einver⸗ ir auch n öfter welches

eführt. Wir machen z. B. auf die wirklich hübſchen Darſtellungen aus Nie⸗ derſachſen aufmerkſam. Auch hier finden wir viele Illuſtrationen zweckmäßig ver⸗ theilt. Bd. 10. J. Moritz, Das Buch der Welt. II. Die neue Welt. Ganz in gleicher Weiſe, wie das vorige Bändchen, dieneue Welt ſchildernd. Sitten⸗ und Gegendſchilderungen wech⸗ ſeln mit Darſtellungen aus dem Thier⸗ und Naturleben, mit Reiſe⸗ und Jagd⸗ Abenteuern. Das ſind Bücher, wie die Jugend ſie ſtets liebt und wie ſie ihr auch die erſprießlichſten ſind.

H. Wagner, Im Grünen. Leipz. O. Spamer. 1861. Auch dies Buch, das mit vielen Illuſtrationen verſehn iſt, zeigt ſich eines vollen Lobes werth. Es führt die Kinder in die Pflanzenwelt und Pflanzenkunde einfach und zwanglos ein und weiß ſehr geſchickt das Anſpre⸗ chende mit dem Lehrreichen zu verbin⸗ den. Es kommen allerliebſte Abſchnitte vor z. B.:Wie der Gummiball erfunden iſt,Der große Vetter des Weihnachtsbaumes, u. ſ. w. Sei das Buch freundlich empfohlen.

Gleichfalls für Heranwachſende be⸗ ſtimmt und zweckentſprechend ſind die beiden folgenden Bücher: M. S chlim⸗ pert und F. Otto, V orbilder der Vaterlandsliebe, des Hochſinns ꝛc. Leip⸗ zig. Spamer. 1861. Mit vielen Ab⸗ bildungen. Es ſind Biographieen der bedeutendſten Männer aller Völker, z. B. E. M. Arndt's, Alexanders v. Hum⸗ boldt, Linné' Herſchel's, Burns', u. ſ. w., durchaus einfach und dennoch mit war⸗ mem Herzen geſchrieben und daher auch zu Herzen gehend. Ein gar empfehlens⸗ werthes Büchlein. Daſſelbe gilt von: F. Otto, Das Buch berühmt ge⸗ wordener Kinder. Leipzig. Spa⸗ mer. 1861., welches uns, wie der Titel verheißt, ſehr hübſche Biographieen von berühmt gewordenen, früh entwickelten Kindern bringt. Der König von Rom, Seume, Wbhittington u. ſ. w. ſind am Ende längſt bekannte, aber ſtets gern wiedergefundene Perſönlichkeiten. Die Biographie des kleinen Heineken wäre zu entbehren geweſen. Man lernt nur daraus, daß es einen wahnſinnigen elter⸗

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lichen Ehrgeiz gibt, der ein armes Kind ſich todt hetzen läßt oder gar ſelber das⸗ ſelbe zu Tode hetzt.

Fanny Lewald, Meine Lebens⸗ geſchichte. Berlin. O. Janke. 1861. Bd. 12. Von einer Schriftſtellerin, die, Meiſterin der Form, uns daran gewöhnt hat, daß wir in ihren Büchern beſonders den klaren, ergründenden Blick in den Menſchen und die ſichere und umfaſſende Entwickelung und Darlegung des Geſchauten immer wiederfinden und ſtets von neuem bewundern, war kaum eine werthvollere und intereſſantere Gabe zu erwarten als die Darſtellung ihres eigenen und inneren Lebensganges. Wir ſind ſonſt nicht der Anſicht, daß jeder⸗ mann womöglich ſeine Biographie ſchrei⸗ ben möchte; wir finden ſogar zwiſchen den wirklich geſchriebenen und heraus⸗ gegebenen mehr als eine unendlich über⸗ flüſſige. Eine ſolche Biographie iſt keine Kleinigkeit; es beſitzen nur wenige das⸗ jenige, was doch das erſte Erforderniß derſelben iſt d. i. Offenheit und Wahrheit gegen ſich und über ſich ſelbſt im weiteſten Umfange. Mitdieſer Offen⸗ heit, Wahrheit und Redlichkeit kann uns das einfachſte Leben das höchſte Intereſſe einflößen; ohne dieſelben wird uns das reichſte widerwärtig. Beſchönigen, Ver⸗ ſchweigen und Kokettiren ſind in einem Buche noch viel peinlicher und wider⸗ licher als im wirklichen Tagesleben. Zweitens beſitzen aber noch weniger Men⸗ ſchen die Kraft, die Anſchauungs⸗ und Auffaſſungsgabe, die dazu gehören, den Gang des inneren Lebens, der geiſtigen Entwickelung, zumal ſeiner ſelbſt, darzu⸗ ſtellen, ſelbſt wenn ſie den beſten Willen zur Offenheit und Wahrheit haben. Dies alles verlangen wir aber, wenn wir ein Leben ohne große äußere Stürme, ohne beſonders eingreifende und außergewöhn⸗ liche Ereigniſſe wirklich intereſſant finden ſollen. Alles aber, was wir verlan⸗ gen müſſen und wünſchen können, finden wir im vorliegenden Buche erfüllt. Fanny Lewald hat alles, was zur Ab⸗ faſſung einer Biographie nöthig iſt. Es iſt eine durchſichtige Klarheit in dieſem Buch, eine eingehende, niemals breite Darlegung des Entwickelungsganges,