Jahrgang 
2 (1861)
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Kober u. Markgraf. 1860. Bd. 12 21. Bd. 12 15. E. Fritze, Gertrud. Eine hübſch und ſpannend geſchriebene Familiengeſchichte aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, die wir als durchaus lobenswerth, ver⸗ ſtändig und intereſſant empfehlen können. Es ſind treffliche Charakterzeichnungen in dem Buch, und Perſonen wie Ger⸗ trud, Herr und Frau von Pröhl, Graf Levin, Alexander von Lottum, Frau von Wallbott, Gellert machen dem Ver⸗ faſſer wahrhaft Ehre, wie ſie dem Publikum das Buch lieb machen müſſen. Bd. 16. 17. Iſidor Proſchko, Pugacew. Ein kleiner hiſtoriſcher Ro⸗ man, der den Aufſtand des kühnen Mannes zum Hintergrunde hat, welcher vor neunzig Jahren die Krone auf dem Haupte Katharina's wanken machte. Wir empfehlen auch dies Buch. Es iſt brav geſchrieben, und es kommen Schilde⸗ rungen zumal aus den Steppen darin vor, die des vollſten Lobes wür⸗ dig ſind. Bd. 18 20. Elfried von Taura, Zäwis von Roſen⸗ berg. Der gewandte Erzähler ver⸗ ſetzt uns in jene Zeit, als der erſte Habsburger mit König Otakar kämpfte, und führt uns in dem Helden das Haupt eines der mächtigſten Adelsgeſchlechter Böhmens vor. Eine Zurückverlegung in eine ſo entfernte und fremde Zeit hat etwas Bedenkliches. Es iſt uns alles dort fremd, und es gehören viele Kenntniſſe und eine große Erzählungs⸗ kunſt dazu, uns in dieſen Zeiten und Zuſtänden heimiſch zu machen. Wir wünſchen dem Verfaſſer Glück, daß er dieſe Kenntniſſe und dieſe Kunſt ſo wacker und glänzend beweiſen konnte. Das Buch hat uns Freude gemacht. Bd. 21. F. Schregel. Der Fürſten⸗ ſohn. Leider können wir von dieſer kleinen Erzählung nicht das Gleiche ſagen. Die Geſchichte eines Fürſtenſohns, der in romantiſcher Ueberſpanntheit in die Welt läuft, mit den Menſchen un⸗ erkannt lebt u. ſ. w. iſt gar zu oft da⸗ geweſen und könnte für uns auch durch die höchſte Erzählungskunſt nicht mehr genießbar gemacht werden. Dieſe Er⸗ zählungskunſt fehlt überdies; das Büch⸗

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lein iſt neben aller Ueberſchwänglichkeit meiſtens auch noch ſehr unbeholfen ge⸗ ſchrieben.

F. v. Wiederſperg, Jagd⸗ und Reiſeſkizzen. Prag. Kober u. Mark⸗ graf. 1861. Aus Ungarn, Sieben⸗ bürgen, der Moldau ꝛc. bringt das Heftchen uns Schilderungen der genann⸗ ten Art, einfach und anſpruchslos ge⸗ ſchrieben, und meiſtens gar unterhaltend. Beſonders Jagdfreunde werden ſich ſeiner wahrhaft erfreuen können.

F. Stolle, Dorfbarbier⸗Ka⸗ lender f. 1861. Prag. Kober u. Markgraf. Der beliebte launige Er⸗ zähler bietet uns in zwei Erzählungen: Abenteuer des Sportelſchreibers Kapp⸗ ler ꝛc. und: Aus der Alpenwelt zwei ſehr verſchiedene Producte, das erſte voll der fidelſten und geſundeſten Ko⸗ mik, das zweite voll zum Theil er⸗ greifenden Ernſtes beide muſterhaft erzählt. Das Weihnachtsidyll hat uns weniger angeſprochen; dagegen iſt die kleine Humoreske: Wie Einer ſich auf ſeinen Namen nicht beſinnen kann wieder vortrefflich. Der Kalender ſei auch jetzt noch beſtens empfohlen.

Es iſt billig, daß wir nach der Unterhaltungslecture der Erwachſenen auch derjenigen der Kinder gedenken, von welcher uns eine große Zahl Bände vorliegt, die eigentlich freilich zu Weih⸗ nachten beſtimmt, auch jetzt wohl will⸗ kommen ſein werden. Kinder brauchen, wenn ſie einmal ins Leſen gekommen, viel Unterhaltung und ſind die ächten Bücher⸗Verbraucher.

Staudenmeyer, Kinderleben und Kinderluſt. Mit ſechs Bildern. Stuttgart. W. Nitzſchke. Sechs kleine Erzählungen, die uns durchſchnittlich für kleine Kinder wohlgeeignet erſchie⸗ nen, da ſie Stoffe behandeln, die den Kindern ſo zu ſagen geläufig und be⸗ lehrend für ſie ſind. Die ſechs Bilder ſind ſauber colorirt, die ganze Ausſtat⸗ tung iſt prachtvoll. Das Gleiche müſſen wir auch dem nächſten Buche deſſelben Verlags nachrühmen: Keſch⸗