470 Kurze Nachricht von meinem Leben.
Appellationsrath Körner in Dresden auf ſein Verlangen, weil er von Cotta in Tübingen aufgefordert worden, Schillers Leben zu ſchreiben, welches der neuen Auflage ſeiner ſämmtlichen Werke vorgedruckt werden ſoll, das was mir während ſeines Aufenthaltes in Mannheim bei mir bekannt geworden, mitgetheilt.
Da ich inzwiſchen meine Buchhandlung einem Zöglinge von mir, dem Sohne des bekannten Dichters Götz, zur Führung übergeben und mich alſo von allen Handlungsgeſchäften ganz frei gemacht, ſo fehlte es mir nicht an Muße, mich den litterariſchen Arbeiten ganz zu widmen. Außer einigen Kleinigkeiten, die ich ausarbeitete, und die man in Meuſels Verzeichniß der deutſchen Schriftſteller der Reihe nach aufgezeichnet findet, ſchrieb ich auch die Abbildungen der vornehmſten geiſtlichen und weltlichen Orden in zwei Quartbänden mit ausgemalten Kupfern. Ein Werk, wovon nur eine geringe Anzahl Exemplare in die Hände des Publikums gekommen, weil ich, nachdem ich für meine Mühe und Auslagen befriedigt war, die Kupferplatten ein⸗ ſchmelzen ließ, um dadurch dem Werke einen größeren Werth zu geben, nachdem es überall mit allgemeinem Beifall aufgenommen worden. Ich habe überhaupt als Schriftſteller in mehrere Fächer hineingepfuſcht, inzwiſchen hat man mir meines Wiſſens doch nie den Vorwurf gemacht, daß ich etwas ganz verpfuſcht. Auch iſt von alle dem, was ich geliefert, nichts zu Maku⸗ latur geworden. Das umſtändliche Verzeichniß meiner litterariſchen Arbeiten findet man in Meuſels Fortſetzung von Hambergers gelehrtem Deutſchland, in welch' letzterem aber die Anecdotes russes auf mein Begehren ausgelaſſen worden, weil ich damals immer noch wegen irgend einer Verfolgung von Seiten Rußlands nicht ſicher zu ſein glaubte.
Während dieſer Zeit machte ich auch eine Reiſe in die Schweiz und einige Jahre darauf eine Reiſe nach Dresden, welche mir die Bekanntſchaft ſo mancher berühmter Gelehrten und Künſtler erwarb.
Im Jahre 1794, als die Franzoſen die Kaiſerlichen über den Rhein zurücktrieben und ich im Voraus ſah, daß Mannheim ins Gedränge kommen werde, verließ ich dieſe Stadt und begab mich nach Heilbronn, wo ich den Winter zubrachte. Von da begab ich mich nach Stuttgart, wo ich den Aus⸗ zug von meinem größeren Wörterbuche ausarbeitete, der bei Herrn Cotta in Tübingen im Druck erſchienen. Endlich habe ich mich nach einem fünfjäh⸗ rigen Aufenthalte in Stuttgart hier in Heidelberg feſtgeſetzt, wo ich, wenn


