Jahrgang 
1 (1861)
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Von F. W. Hackländer. 5 5)

Damit wollte er hinaus, doch faßte ihn der Andere raſch am Arm, während er rief:Nein, Herr Oberförſter, das geht wahrhaftig nicht! Wenn Sie denn nun einmal um meine Geſundheit freundlichſt beſorgt ſein wollen, ſo geben Sie mir etwas von Ihren Sachen, nur das Nothdürftigſte; ich bleibe aber hier unten, bis der Regen aufgehört hat, und reite dann raſch nach Hauſe. Dies ſchien ihm ein außerordentlich kluger Gedanke zu ſein, auf dem er beſtehen zu wollen ſchien, obgleich ihm der alte Herr mit einem eigen⸗ thümlichen Blicke ſagte:So, Sie wollten wieder fort, ohne daß man Sie droben geſehen hat? Baron, ich fange an zu glauben, daß der Regen Sie wider Ihren Willen hierher getrieben, oder daß Zampa weit anhänglicher an unſer Haus iſt als ſein Herr! Aber Scherz bei Seite, fuhr er gleich darauf mit dem alten jovialen Ton fort,ſehen Sie meine Corpulenz, damit klopfte er ſich auf den allerdings wohlgerundeten Leib,Sie würden eine gute Figur in einem meiner Röcke ſpielen! Aber jetzt machen Sie vor⸗ wärts, beeilen Sie ſich, ich laſſe Thee machen.

Damit verließ der Herr des Hauſes das Zimmer, und der andere blieb

ergrimmt und rathlos zurück.Es iſt doch allerdings eine höchſt unange⸗ nehme Geſchichte, Wäſche und Kleider eines tödtlichgehaßten Nebenbuhlers anzuziehen! Wie mich das Unglück verfolgt, murrte er zwiſchen den zu⸗ ſammengepreßten Zähnen hindurch,iſt nicht an den Himmel zu ſchreiben! Nach allem dem was vorgefallen und was ich ſchon gelitten, auch noch die Sachen dieſes Menſchen anziehen zu müſſen das iſt über alle Beſchreibung! Nein, nein, es geht nicht! Ein leichter Schauder überflog ihn in dem kühlen Parterrezimmer, und um ſich zu erwärmen, ſchritt er haſtig auf und ab, dies und das denkend, ſich ſelbſt raſche Rathſchläge ertheilend und ſie eben ſo raſch verwerfend, zehnmal ausrufend:Nein, nein! und zehnmal hinzuſetzend:Was kann ich anders thun?, Den guten alten Herrn tödtlich beleidigen, dieſem lieben freundlichen, gaſtlichen Hauſe init ſchnödem Undank all die ja Gott weiß es! ſüßen Stunden vergelten, welche ich zwiſchen ſeinen Mauern verlebt? Nein, nein, das wäre gegen Sitte, Anſtand und gute Erziehung! Ich darf das nicht auf mich laden. Das Schickſal hat mir dieſe Suppe eingebrockt, ich muß ſie aufeſſen, und das mit guter Manier.

Und nach dieſen Selbſtgeſprächen that er ganz, als ſei er hier zu Hauſe, öffnete Schränke und Commoden, betrachtete prüfend die Garderobe und nahm ſich das Einfachſte, was er darin gefunden. Ein oberflächlicher Beſchauer hätte denken können, der junge Mann befinde ſich ganz hier in ſeinem Eigenthum,