Jahrgang 
4 (1860)
Einzelbild herunterladen

472 Briefe ꝛc.

meine Tochter bei der Frau Kriegsräthin, die es ſehr gut mit ihr meint, in der Koſt bleibet. Es freuet mich, wenn dieſe gute Frau einigen Vortheil dabei gewonnen hat, und hoffe zuverſichtlich, ſte werde die mütterliche Sorge für meine Tochter fernerhin auf ſich nehmen. 6 Dukaten werden ſchwerlich zur neuen Pelzſaloppe hinreichend ſein. Was fehlet, will ich gern beitragen. Iſt es ſchicklich oder nothwendig, daß ich an Herrn von Dalberg ſchreibe? Belehren Sie mich, was ich zu thun habe. Soll ich meine Dankbarkeit gegen die Frau von Seckendorf durch einen Brief an Tag legen, oder iſt's genug, wenn Sie die Güte haben, dieſe meine Pflicht mündlich ſtatt meiner zuerfüllen? In dieſem Falle bitte ich, die Vaterſtelle wie in allem Uebrigen zu vertreten. Daß meine Tochter dieſe Pflichten für ſich ſelbſt erfülle, halte ich für nothwendig. Ueberhaupt in allen Dingen, was Sie, verehrungs⸗ würdiger Mann, in Anſehung meiner Tochter für nöthig oder nützlich halten, haben Sie die Gewalt zu disponiren; ich werde jederzeit Ihren Wünſchen und Anordnungen mit Vergnügen folgen. Ich endige, weil es ſpät iſt, und bitte Sie, mich Ihrer verehrungswürdigen Gattin, welcher ich ſo vieles zu verdanken habe, auf das verbindlichſte zu empfehlen.

Weimar, den October Ich bin ewig Ihr gehorſamſter Diener 1792. und Freund Jagemann.

+

Einſiedel an Beck.

Sie haben mir zwei ſchätzbare Merkmale Ihres Andenkens geſendet, die ich beantworten ſollte doch mit heutiger Poſt darf ich nur berühren, daß die Nachricht von dem glücklichen Debut der j. Jagemann mich herzlich gefreut hat; ob ich es gleich mit Zuverſicht hoffte, ſo empfand ich doch alle Freude darüber, und theile die Theilnahme Ihrer achtungswürdigen Gemahlin.

Am mich für jetzt kurz in Worten zu faſſen, ſo wiederhole ich, was ich ehedem ahndete: nämlich die Herzogin freut ſich des glücklichen Succeſſes, den die junge Jagemann durch Ihrer Gemahlin Güte gehabt hat, ſie freut ſich, dieſer jungen talentvollen Sängerin noch eine dauernſte Bahn zur Vervoll⸗ kommnung eröffnet zu ſehen, und eine Stelle bei dem Theater Ihrer Stadt iſt ein Glück, das die Herzogin dieſer j. Jagemann nicht wenigſtens nicht für Dauer gewähren könnte und kurz, die Herzogin überläßt