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dieſem ſälbe
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Von Friedrich Lampert. 459
dunkel, deſto mehr hat uns der Zauber gefangen. Ja wohl, Fluten⸗ und Waldesdunkel! Steht auch die Mittagsſonne über uns, trübt auch kein Wölkchen den Himmel und findet der auch Raum genug, hier einzudringen und dem ſtillen See ſein blaues Dach zu leihen, ſo liegt doch im Ganzen ein düſterer, dunkler Ton auf der ganzen Umgebung. Kein milderndes Buchen⸗ und Eichenlaub, keine Blumenfarbe am Ufer, nur das ernſte, ſchwarze Tannendunkel, und das rings um den See herum, bis zu ſeinem Spiegel niederſteigend; und er ſelber, er iſt klar und durchſichtig; man meint, bis zum tiefſten Grund, ins Haus der Undinen und Nixen hinabſchauen zu können, die Bäume ſpiegeln ſich in ihm, und doch kann man dies Waſſer nicht hell und licht nennen, es iſt braun und dunkel; es ſollen eben keine lichten Töne hier aufkommen. Still und regungslos liegt die Flut, keine Welle kräuſelt ſich; nicht einmal an das Steinlager, das rings den See umzieht, ſchlagen ſie murmelnd an, und der Bach, der, um ins Seebacher Thal hinabzueilen, aus ihm heraustritt, fängt erſt weiter unten an leben⸗ dig zu werden, und auch die Quelle, die am andern Ufer aus den Felſen quillt, treibt ihr köſtlich friſches Waſſer faſt lautlos herauf. Es iſt eben ein gefeiter Ort. Darum hörſt du auch kein Lied im Wald ringsum; kein Vöglein fliegt zum Waſſer nieder, aus ihm zu trinken, kein Falter, keine Libelle gaukelt über die Wellen hin. Nur je und je ſteigen leichte Blaſen auf dem ſtillen Waſſer auf; ſie allein künden von dem Leben, das auch in ihm, aber verborgen und geheimnißvoll lebt, dem Leben der Geiſter, die Herren dieſes Sees ſind.
Laß dir gefallen die Märchen und Sagen, die von ihnen erzählen, von der Nixen Liebesluſt und Leid; von dem Hirtenknaben, den die See⸗ jungfrau gewinnt, den ſie lieben durfte, ſo lange er nicht nach ihrer Heimat o daß der See ſich blutroth färbte, als er das Gelübde brach; und von dem Fiſcher wieder, den auch die Nirxe lockte, der aber treu ſeinem todten Mägdlein blieb; oder von dem Knäblein, das ſte im Schilfe ausgeſetzt fanden und hinunterholten in ihr Haus und auf⸗
erzogen,
forſchte, die aber ſterben mußte, ſ
„In der Wiege von Kriſtall
Auf und ab geſchaukelt
Und von ſüßer Lieder Schall In den Schlaf gegaukelt!“—


