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— die Bemerkung, daß die meiſten Aus⸗ wanderer ſchwerlich ſolche Erfahrungen machen, wie die Verfaſſerin hier von ſich berichtet. Sie wiſſen ſich wenig— ſtens ruhiger und daher auch leichter aus mancher Verlegenheit zu ziehn oder die⸗ ſelbe überhaupt zu vermeiden, und er⸗ zählen wenigſtens ſpäter nicht ſo viel davon dem Publikum. Das Buch gibt zu Bemerkungen Gelegenheit, die für niemand angenehm ſein können. Was die Verf. über die Behandlung der Aus⸗ wanderer auf der badiſchen Eiſenbahn ſagt, iſt freilich durchaus an ſeiner Stelle. Dergleichen kann nicht oft genug erzählt werden.
Von dem Volksblatt: Aus der Heimat. Herausg. v. Roßmäßler. Glogau, Flemming, liegt uns Heft 8 bis 12 des erſten Jahrgangs und die erſte Nummer des zweiten vor. Wir haben nur zu wiederholen, was wir bei Anzeige der früheren Hefte ſagten: das Unternehmen iſt ein dankenswerthes und erfreuliches. Es bringt eine Menge un terhaltender und belehrender Artikel, von denen wir auch jetzt keinen beſonders hervorheben wollen, um nicht den übri⸗ gen Unrecht zu thun.— Zweierlei, was uns in dieſem Blatt einigermaßen ver⸗ wunderte, müſſen wir aber kurz erwäh⸗ nen. In Nr. 49. wird ein Buch als ein gutes und inhaltsreiches angezeigt, inhaltsreicher„als man es von dem frühern Conſervator am zoologiſchen Muſeum zu Greifswald erwarten möch⸗ te.“— Wir erlauben uns die Frage, weßhalb?— Solche gänzlich unmoti⸗ virten Seitenhiebe ſind am wenigſten in einem Volksblatt an ihrer Stelle. In Nr. 51. ſteht ein Artikel:„Ein Haus⸗
hahn,“ von dem der Herausg. in einer Anmerkung ſagt: daß„das Forum der Wiſſenſchaft zu dieſen Mittheilungen ge⸗ nickt habe.“— Das bezweifeln wir und möchten vor ähnlichen Artikeln warnen, die nicht aus der Wirklichkeit, ſondern aus der Phantaſie geſchöpft und wieder⸗ um gerade in einem Volksblatt nicht an der Stelle ſind, wo den Leſern nicht Phantaſieſtücke, ſondern die Wirklichkeit gezeigt werden ſoll.
Topographiſches Univerſal⸗ Lexicon des Oeſterreichiſchen Kaiſerſtaats, von J. A. Jaroſch. Olmütz, Druck v. Halauska. 1859. Die vorliegende Lieferung führt uns bis zum Schluß des erſten Bandes— Gyuza. Die Zuſammenſtellung iſt auch hier die fleißige, wie wir bei Anzeige der frühern Hefte hervorhoben.
Fr. Güll, Kinderheimat in Liedern. Zweite Gabe. Scherz und Ernſt für Jung und Alt. Stuttgart. S. G. Lieſching. Eine anmuthige und erfreuliche Gabe für Kinder, an der ſich aber auch Erwachſene unterhalten kön⸗ nen. Die Gedichtchen, die Räthſel ſind hübſch und angemeſſen. Beſonders ſind die trefflichen Holzſchnitte nach Zeich⸗ nungen von H. Bürkner hervorzuheben.
Wiſchewaſche⸗Plaudertaſche. Ein Bilderbuch für Kinder. Nach Volks⸗ liedern illuſtrirtvon Louiſe Thalheim. Breslau.* Es ſind drei
Trewendt. Gedichte: Geſchichte vom Jokel, Kin⸗ derpredigt, Vom Haſen, deren Text zwi⸗ ſchen die Illuſtrationen gedruckt iſt. Wir finden Idee wie Ausführung vortrefflich, launig und unterhaltend. Nur ſind die Illuſtrationen eigentlich für kleine Kin⸗ der ein wenig klein, und andrerſeits iſt


