Jahrgang 
1 (1860)
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kitterariſche Aeberſichten.

Wir beginnen auch diesmal wie vor dem Jahre unſern erſten Bericht mit einer Anzeige der: Argo, Album für Kunſt und Dichtung. Herausgegeben von Eggers, Hoſemann u. v. Lepel. Breslau. Trewendt. 1860. Wäre es in die Hand eines Kritikers gegeben, die Theilnahme des Publikums für ir⸗ gend ein Unternehmen ſtets zu ſteigern, ſo würden wir dies für dies Album verſuchen. Denn ſo lange wir es ken⸗ nen, nimmt es nicht nur durch Ausſtat⸗ tung, ſondern auch durch den Inhalt die erſte Stelle unter allen Seinesglei⸗ chen ein und was viel mehr iſt verdient die ſteigende Theilnahme in hohem Maße. Die Redaction zeigt ſich, wie ſie ſein ſoll, ſtreng und gerecht; der Verleger thut das Mögliche, das Buch würdig und prächtig auftreten zu laſſen. Nach dem wahrhaft ſchönen Titel⸗ blatt, einem Farbendruck nach einer Aquarelle von Burger, folgen achtzehn Bilder, nach den Zeichnungen guter Meiſter auf's ſauberſte ausgeführt. Wir

können z. B. gleich das dritte, die Ma⸗ rimus⸗Kapelle von E. Biermann, als trefflich hervorheben, oder das vierte: En passant von Schmitſon, deſſen ſich die Leſer aus F. Lewalds Briefen er⸗ innern; das allerliebſte: Nicht weiter! von Th. Hoſemann u. ſ. w. Denn wir greifen dieſe Bilder nur heraus, wie ſie uns beim Aufblättern vor Augen kom⸗ men, während doch die meiſten übrigen einer gleichen Anführung würdig ſind. Auch zwiſchen den Initialen zu den Dichtungen ſind einzelne ganz treffliche. Von den Dichtungen haben wir zuerſt der heitern Novelle von Paul Heyſe Der Centaur zu erwähnen, die einen hübſchen Scherz in der anmuthigſten Weiſe durchführt. Als zweites Proſa⸗ ſtück ſchließt ſich hieran:Späte Roſen, von Theodor Storm, welches auch wie⸗ der ſchön, aber ſo gedämpft gehalten iſt, wie wir es von dieſem Dichter kennen. Unter den Gedichten führen wir nur ein paar namentlich an das ſind: Jeſſy Brown in Lucknow, von B. v. Lepel,