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Toreleit. Eine Schloß⸗ und Wald⸗Geſchichte. Von Edmund Hoefer.
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1. Ich fahr' und weiß nicht wohin.
Es war aber eine ſonderbare Straße, wenn es überhaupt eine ſolche ſein ſollte, und der Reiter, welcher ſein Auge mit raſchem Blick zuweilen rechts und links auf die dicht hinziehenden Waldmaſſen richtete oder unge⸗ duldig und ſcharf in die dunkle, vor ihm geöffnete Lichtung ſchweifen ließ, ſchaute noch viel häufiger und mit halb ärgerlichem, halb verwundertem Kopfſchütteln auf den rauhen, ſteinigen, mooſigen und auch zu Zeiten über⸗ grasten Pfad, den ſein müdes Pferd vorſichtig hinanſchritt. Jetzt ſtieg er ab und führte das Thier langſam über eine böſe Stelle, wo, wie er wohl be⸗ merkte, vor nicht langer Zeit das Waſſer über die Straße herabgeſchoſſen ſein mußte und ſie arg zerriſſen hatte; jetzt ſaß er wieder auf und ritt verdrieß⸗ lich weiter über einen ſchier ebenen Fleck, wo ſich Moos und Gras und Kraut und hie und da einige kleine Sträucher feſtgeſetzt hatten. Aber da⸗ zwiſchen lagen ſcharfkantige Steinſplitter, über welche das müde Thier mehr als einmal ſtolperte und anf welche es immer zögernder die ſchmerzenden Hufe niederſetzte. Und es wurde nicht beſſer. Denn als der Mond jetzt höher und höher kam und das rings ausgebreitete Dunkel lichtete, konnte der Reiter bemerken, daß die Straße in gleicher Weiſe noch weit„inaus zwiſchen den Laubwänden fortzog. Eine Straße war's und keine zufällige Lichtung, das ſah er nun wohl, und wär' es auch nur an den halb zuſammen⸗ geſtürzten Gräben geweſen, welche zu beiden Seiten den Wald begrenzten;
Hausblätter. 1860. I. Bd. 1


