Jahrgang 
4 (1859)
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148 Ein unheimlicher Mann.

Schmerz, Tags darauf begann die Brandwunde zu heilen, und der Arbeiter war vollkommen wieder hergeſtellt. Ich hielt es für meine Pflicht, den Todtengräber um das Geheimmittel zu befragen, das er angewandt hatte. Seine Antwort lautete: ich habe den Schmerz beſprochen.

Am 18. November 180*. Vor einigen Tagen wurde mir das Ge⸗ rücht gemeldet, der Moorhof werde in Flammen aufgehen und der Beſitzer dabei ſeinen Tod finden. Es war mir unlieb, daß ein ſo thörichtes Geſchwätz von Mund zu Mund lief, und ich nahm mir vor, den Urheber deſſelben zu ermitteln. Zu meinem Erſtaunen hielt dies nicht ſchwer. Jeder, den ich

fragte, nannte mir ohne Bedenken Simon vom Moor als den Verbreiter des

ärgerlichen Gerüchtes. Ich ließ den Mann ſogleich zu mir kommen und hielt

ihm ſein unbedachtſames Geſchwätz in verweiſendem Tone vor. Darauf fand zwiſchen mir und Simon folgendes Geſpräch ſtatt.

Es iſt kein Geſchwätz, denn es wird geſchehen, was ich ſage. Wie wäre das möglich und wer hat es Ihnen offenbart?Ich habe den Brand geſehen.Wann und wo?In der Nacht zwiſchen zehn und elf vor der Thür meiner Huͤtte.Das war Augentäuſchung. Ein Feuer war's, das in einigen Tagen den Moorhof verzehrt.Man muß die Gebäude bewachen und den Beſitzer warnen.Thun Sie es V immerhin, helfen wird es doch nicht. Simon beharrte hartnäckig auf ſeiner Behauptung. Mich beunruhigte b das Gerücht und die, wie ich glaubte, krankhafte Ueberreizung des Mannes, der freilich nicht wie ein Schwächling ausſah. Ich veranlaßte eine ſcharfe V Ueberwachung des mir verdächtig Scheinenden durch zuverläßige, mir völlig ergebene Leute. Dem Beſitzer vom Moorhof machte ich Anzeige, warnte und erſuchte ihn, ja vorſichtig zu ſein, nur daß er bei dem Brande ſeines Hofes ſelbſt umkommen ſolle, verſchwieg ich ihm. Leider blieben alle meine Vor⸗ kehrungen fruchtlos. Der Hof brannte wirklich nieder und der Beſitzer des⸗ ſelben that einen unglücklichen Fall während des Feuers, der ihm noch vor Tagesanbruch das Leben raubte. Simon ging nicht von meiner Seite in dieſer ganzen Zeit, die Todesſtunde des Hofbeſitzers ſagte er mir aber genau vorher. Dieſer Vorfall erſchütterte mich und ich drang mit ernſthaften Bitten in den ſonderbaren Mann, mich einzuweihen in ein ebenſo wunderbares als V

* duſteres Geheimniß. Meinem Drängen folgte dieſes Zwiegeſpräch:Träum⸗ ten Sie vielleicht, der Beſitzer vom Moorhof werde durch einen Unfall um's Leben kommen?Ich träume nie, ich weiß nicht, was Träume ſind, in

der Dämmerung aber und auch in der Nacht ſehe ich manches, was ſich in

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