Jahrgang 
4 (1859)
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12 Ein unheimlicher Mann.

Ich werde mich bei dieſem Herrn nach Ihnen erkundigen.Darum möchte ich den Herrn Gerichtsdirektor bitten..

Sie ſind entlaſſen, Simon Habermann, ſagte jetzt Gonthal. Ver⸗ geſſen Sie nicht, Wort zu halten! Sobald abermals begründete Beſchwerde über Sie einläuft, veranſtalte ich eine ſehr genaue Unterſuchung, und dann wuüͤrde dem heutigen Verbote, von dem weiter nicht öffentlich die Rede ſein ſoll, unabweisbar eine Beſtrafung folgen!Ich danke verbindlich, Herr Gerichtsdirektor, erwiderte Simon vom Moor.Sie ſollen mit mir zu⸗ frieden ſein, wenn's nur die andern armen Menſchen, die das Vertrauen zu mir haben, auch ſind.

Habermann machte eine ſteife, unbeholfene Verbeugung vor Gonthal und verließ die Amtsſtube. Der Gerichtsdirektor ſah dem Fortgehenden, der ungewöhnlich große Schritte machte und deßhalb, obwohl er eigentlich lang⸗ ſam ging, ſehr ſchnell vorwärts kam, gedankenvoll nach.Ein unheimlicher Mann! murmelte er vor ſich hin.Wenn hinter dieſer ſchlauen Maske ſich nur kein Verbrecher zu verbergen bemüht! Ich will dem Menſchen ſcharf auf die Finger ſehen und ſeine Vergangenheit zu durchforſchen mir alle erdenk⸗ liche Mühe geben!

3. Wundergläubige.

8 Ein glücklicher Zufall führte an einem der nächſten Abende den Paſtor nach Moosburg. Gonthal traf Adalbert und Beatrir in lebhaftem Geſpräch mit dem Geiſtlichen. Dieſer hatte die einträgliche Stelle erſt vor einigen Jahren erhalten, und zwar in Abweſenheit des Oberſten, der damals noch als Krieger in der Armee ſeines Landesfürſten diente. 65

Paſtor Braun war ein Mann von etwa fünfzig Jahren, von feiner Bil⸗ dung und bedeutendem Wiſſen. Er war in früherer Zeit Hofmeiſter geweſen und Erzieher fürſtlicher Kinder. Als ſolcher hatte er große Reiſen gemacht, viel geſehen und reiche Erfahrungen eingeſammelt. Noch als Erzieher ver⸗ mählte er ſich mit einem ebenfalls hochgebildeten Mädchen. Dieſer Ehe ent⸗ 4 ſproßte eine einzige Tochter, Eveline, die jetzt ein Alter von ſiebzehn Jahren erreicht hatte. Gonthal hatte Eveline bei ſeiner erſten Viſite flüchtig geſehen. Sie war ihm durch ihre eigenthümliche Schüchternheit, die aber der beſtechen⸗ den Grazie nicht entbehrte, aufgefallen.

Da der Regimentschirurgus, der nur ſelten fehlte, heute ausblieb, ward bald nach ihm gefragt. Beſonders lebhaft erkundigte ſich Paſtor Braun nach

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