Savoyen und
ranzoſen vor
krieg 1713 eSiecilien nigskrone öthigte, ihm anderte ſich
Häfen und
s Klima hat,
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Von Hermann Reuchlin.
Aerger über das Reſultat des ſiebenjährigen Kriegs und nach dem Scheitern ſeiner Plane auf Baiern, ſich entſchloß, ſich vielmehr auf Italien als auf Deutſchland zu ſtützen. Piemont enthielt ſich indeß eines näheren Verhält⸗ niſſes zu Oeſterreich, es ahmte vielmehr das damalige preußiſche Militär⸗ ſyſtem, Abſolutismus nebſt privilegirtem Junkerthum ohne Geiſt nach.
So fand der franzöſiſche Revolutionskrieg Piemont innerlich unfähig; dennoch erkannte Bonaparte, dem es 1796 unterlag, das gehorſame, fleißige Volk als das tüchtigſte in Italien; ein Bataillon Piemonteſen, ſagte er, würde alle die italieniſchen Republikchen über den Haufen werfen. Waren Oeſterreich und Piemont ſchon als Bundesgenoſſen in dieſem Kriege voll Mißtrauens gegen einander geweſen, ſo ſuchten ſie 1797 eines das andere ganz aus Italien zu verdrängen, und ſo gelang es den Franzoſen beide hinauszudrängen; eine lehrreiche Erfahrung für beide! Der König von Sardinien mußte 1798 ſeine Feſtlandsſtaaten den Franzoſen räumen und vegetirte, wenn auch immerhin mit einiger Wuͤrde, beſonders England gegenüber, auf ſeiner Inſel. Als im folgenden Jahre der ſtegreiche Suwo⸗ roff ihn wieder in ſeine Staaten einſetzen wollte, enthüllten ſich die entgegen⸗ ſtehenden Plane Oeſterreichs immer deutlicher; es wollte die Seſia wieder zur Grenze machen, um ſo mehr als das Land zwiſchen Seſia und dem Teſſinfluß großentheils dem Adel und den Stiftungen in Mailand gehören. Die daſigen„gemiſchten Unterthanen“ ſind einer der Reibungspunkte, durch welche der gegenwärtige Brand ſich entzündete.— Damals, 1799, ent⸗ wickelte ſich das nähere Verhältniß Piemonts zu Rußland, welches nur durch den Abſolutismus von Nicolaus eine Unterbrechung erlitt. Rußland und England bezweckten im Kriege 1805 Mailand den Franzoſen zu nehmen und Piemont zuzutheilen. Ihnen verdankte es auch die Zutheilung des Genueſiſchen, welches von Monaco über Novi bis Spezia ſich aus⸗ dehnte, auf dem Wiener Congreß 1814, obgleich die geldſtolze Handels⸗ ſtadt der„Ligurer“ ſich möglichſt gegen dieſe„Fremdherrſchaft“ ſträubte; ja es macht noch die ſpröde Schöne. Dieſe Küſtenbevölkerung an dem ſchroffen, ſchmalen Südabfall des Apennin lebt ſeit dem Mittelalter großen⸗ theils von der Schifffahrt ins Schwarze Meer; es ſind treffliche Seeleute, aber dem Militärdienſt entziehen ſich jährlich Hunderte durch Entweichen in den Orient. Der Dienſt des Goldes und der Madonnen erfüllt ſie bei⸗ nahe ganz. Die ihrem Hinterland fremden Genueſen mit ihrem häßlichen


