Jahrgang 
2 (1858)
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gießungen benützen zu wollen ſchienen. Gegenüber von dieſen mißglückten Ver ſuchen tritt in der vorliegenden Schrift das ernſte Beſtreben hervor, die Natur wirklich dem Verſtändniß der Gebildeten näher zu bringen. Die Behandlung des Stoffes iſt ausführlich genug, um alle wichtigeren Thatſachen zu erläutern, und es ſcheint uns, daß in der Regel die Darſtellung eine allgemein verſtändliche genannt werden kann. Natürlich wird auch hier, wie in allen ähnlichen Din gen, ein gewiſſes Vertiefen in den Stoff zum Verſtändniß unumgänglich nöthig ſein.

Der erſte Band umfaßt, nach einer Einleitung von Maſius, welche pathe tiſcher gehalten iſt, als die ſpätern Ab⸗ ſchnitte, die Phyſik und Meteorologie von Koppe in Soeſt, die Dampfma ſchinenlehre von Moll in Köln, die elektriſche Telegraphie, Galvanoplaſtik, Daquerreotypie und Photographie von Nauck in Crefeld, und die Chemie und chemiſche Technologie von Gottlieb in Gratz. Für die weitern Theile iſt zu geſagt die Phyſiologie von Rußdorf, die Zoologie von Maſius, die Botanik von Dippel, die Mineralogie von Quenſtedt, die Geologie und Geognoſie von Nög gerath, Bergbau und Hüttenkunde von Lottner, das Meer von Romberg, die Aſtronomie von Mädler.

Die Bearbeitung des erſten Bandes und Namen, wie Quenſtedt, Nöggerath und Mädler, laſſen auch für die folgen den Abſchnitte eine gediegene Darſtellung erwarten. Wir wünſchen dem Werke viele und ernſte Leſer.

G. H. Lewes, Göthe's Leben und Schriften. Ueberſetzt v. Freſe. 2ter Band. Berlin. Franz Duncker.

1857. Was lange währt, wird gut!

möchten wir bei Anzeige dieſes zweiten Bandes mit dem alten Sprichwort aus⸗ rufen. Der Band hat lange auf ſich warten laſſen und die Ungeduld des Publikums, welches den erſten Band mit dem vollſten Beifall aufgenommen, auf eine harte Probe geſtellt. Nun liegt er vor uns und ſteht nicht nur, wie ſich das von jedem durchgearbeiteten Buche von ſelbſt verſtehn ſollte, würdig neben ſeinem erſten Theile, ſondern übertrifft ihn noch nach mehr als einer Seite hin. Es liegt das nicht nur, wie man auf den erſten Anblick denken möchte, in der wachſenden Wichtigkeit und Bedeutend heit des behandelten Stoffs; es beruht auch, wie uns dünkt, zum guten Theil darauf, daß der Verfaſſer während der Arbeit ſeinem Stoffe ſozuſagen immer mehr gewachſen wurde und immer licht voller, immer eingehender, immer ent ſchiedener ſeinem Ziele zuſtrebt. Der erſte Theil ſchließt wie billig mit jener Zeit, wo der ſtürmiſche Jüngling immer mehr zum ernſten Mann wurde; und dieſer Zeitpunkt iſt, wie der Verfaſſer richtig bemerkt, lange vor der italieni ſchen Reiſe zu ſuchen, damals etwa, als er ſich zur Dichtung der Iphigenie er hob, als ſeine Stellung in Weimar nicht nur äußerlich, ſondern auch innerlich immer geſicherter und feſter wurde, das iſt ungefähr um das Jahr 1779. Von da führt der zweite Band dies überreiche, geſegnete Leben bis an ſein e hinaus.

Schon bei der flüchtigen Anzeige des haben wir ſeiner Zeit

End erſten Bandes ausgeſprochen: der Fremde beſchämt uns; wir finden hier Göthe's Weſen und Schaffen auf eine Weiſe entwickelt und

vergebens ſuchen. Es ſind nicht allein