Jahrgang 
2 (1858)
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Bilder aus dem Leben zur See im Mittelalter.

und andere Malereien, die je näher den neueren Zeiten um ſo zahlreicher und vielſeitiger ſich darſtellen, die Reihe fortſetzen. Dieſe Siegel zeigen die Schiffe zwar immer verkürzt in den Verhältniſſen, vereinfacht in Geräth und Bemannung, geben die Grundform des Schiffes gleichſam als Symbol, aber grade deßwegen bewahren ſie auch von dieſer ein möglich treues, in der Hauptſache genügendes Bild. Im Ganzen haben die Schiffe des 13ten Jahrhunderts mit denen des 1 1ten vieles gemein, doch, zeigt uns jener Teppich nur die langgeſtreckten ſchmalen Schiffe, ſo ſehen wir dieſe auf den Siegeln mit den kurzen, breiten und tiefgehenden, den Kochen, abwechſeln. In Steuer, Maſt und Kaſtell finden wir manche Fortſchritte, das Ruder neben dem Segel als bewegende Kraft iſt gänzlich verſchwunden. Das älteſte Siegel der Stadt Lübeck zeigt ein hochbordiges, kochenähnliches Schiff mit ſeitwärts fallendem Steuerruder; daſſelbe ſehen wir im Stadtſiegel von Jarmouth an einem langgeſtreckten, ſchlanken Schiffe mit vorn und hinten ſcharf und hoch aufſtrebenden Schnabelbalken. Das Schiff dagegen im Sie⸗ gel von Sandwich, im Baue jenem gleich, hat das Steuerruder ſchon an dem faſt im rechten Winkel aufſtrebenden hinteren Schnabelbalken. Die Schiffs⸗ häupter ſind von den Schnäbeln beider Schiffe verſchwunden, dagegen tragen vorn und hinten Balkengerüſte zierlich gebaute, mit Zinnen bekrönte Kaſtelle, die ſich an die aufſtrebenden Schnäbel anlehnen. Ein ähnliches Kaſtell, doch nur ein einziges, zeigt eine größere Abbildung in der Beſchreibung des alten Englands von Strutt; das Schiff berennt einen terraſſenförmigen Thurm, und vom Kaſtell herab kämpft die Mannſchaft mit Armbruſt, Schleuder und Speer; auf dem andern ausgeſchweiften Schnabel freiſtehend ſtreitet ein Krieger mit einem, wahrſcheinlich eiſernen Flegel.

Jene beiden Siegel, wie alle dieſes J Maſt, kurz und kräftig, mit ſehr langer, im rechten Winkel feſt anſetzenden

Jahrhunderts, zeigen nur einen

Raa und einem meiſt viereckigen, großen Segel, das mitunter, wie auf dem ſchönen Schiffsſtegel Stralſunds, mit bänderartigen Verzierungen durch⸗ wirkt iſt. Auf den Siegeln des 14ten Jahrhunderts, z. B. der engliſchen Grafen Huntingdon und Ruthland, wie auch auf einer Abbildung jener Beſchreibung von England, trägt das Segel die Wappenzeichen. Das vier⸗ eckige große Segel galt ſchon im 12ten Jahrhundert als ein Kennzeichen für deutſche Schiffe; Arnold von Lübeck erzählt, daß die deutſchen Kreuzfahrer, die 1187 Berytos belagerten, eine anſegelnde Flotte an ſolchen Segeln als die der ihrigen erkannten. Aehnlich jenen ſind die Schiffe auf den Siegeln