Jahrgang 
4 (1855)
Einzelbild herunterladen

Scheunen n ſeinen

. h. daß verſetze. Gütern. und und ndinem ne, daß mnd mit⸗ und und Gründe ſites zu

ich habe des mit wie ich, werden

empera⸗ nzz und de Regel geln wie acht ein fngſten fillen. iag und

ſches im h Kap⸗ thurme d iſt ul Runde⸗ en Kop- tlagen,

Von Moritz Buſch. 471

Bretter daran genagelt, Gerüſte errichtet, leinene Wände aufgeſpannt, Koch⸗ heerde gegraben, Karouſſels mit Pferden, Hirſchen und Löwen herzuge⸗ fahren, und wenn der Sonntag ſich zum Abend neigt, bedeckt das Feld eine weite weiße Zeltſtadt, in deren Gaſſen Berge von Stühlen und Bänken abgeladen werden.

Am Montage iſt Viehmarkt. Schweinetreiber und Roßkämme führen an dieſem Tage das Wort, und unabläſſig leeren und füllen ſich die großen Geldkatzen, die ſie um den Leib geſchnallt tragen. Auch der Dienſtag hat noch die Phyſtognomie eines Geſchäftstages, doch geht an ihm der Markt ſchon mehr in ein Volksfeſt über. Mittwochs endlich ſteht die Luſt in voller Blüthe, und ſehr ſchwer müßte es dem auf dem Herzen ſitzen, der ſich jetzt nicht amuſiren wollte. Ganz Angeln wimmelt wie ein Ameiſenhaufen. Von Norden herab, von Süden herauf, von der See und vom Heiderande her ſind die Straßen mit Fuhrwerken aller Art, mit eleganten Kutſchen, Stuhlwagen mit Korbgeflecht und einfachen Leiterwagen, die vielleicht ge⸗ ſtern Dünger fuhren, bedeckt. Haufenweiſe ſtrömen im beſten Putz mit Frau und Kindern die Aermeren herzu, die zu Fuße gehen müſſen, was bei⸗ läufig in Schleswig halbwegs für eine Schande gilt. Vor den Schenken halten zahlloſe Wagen. Ihre Ställe können die ausgeſchirrten Pferde nicht faſſen. Man bringt ſie bei Bauern unter oder bindet ſie im Freien an, nach⸗ dem das Fuhrwerk einer der Wagenburgen einverleibt iſt, die tauſend und mehr Räder ſtark, ganze weite Koppeln einnehmen. Schon in der Entfer⸗ nung einer Viertelſtunde vernimmt man das Schmettern der Trompete des Hanswurſts, der in die Seiltänzerbude lockt, das dumpfe Getöſe der großen Trommel, das Gewieher von Gäulen und das Gequiek der noch des Ver⸗ kaufs harrenden Säue. Näher kommend hört man ein Summen wie von einem ungeheuren ſchwärmenden Bienenvolke, in dem ſich die Stimmen von Harfenmädchen und Ausrufern und das Geheul von Clarinetten unterſchei⸗ den laſſen, mit welchen Bettelmuſikanten die Herzen zu rühren verſuchen. End⸗

lich wird die Koppel ſichtbar, wo die Zeltſtadt ſteht, die wie einſt Jeruſalem die Juden ſeit zwei Jahrhunderten die Angler alljährlich hieher wallfahrten heißt.

Der Ort und ſein Markt ſoll ſeine Berühmtheit einer heilkräftigen Quelle verdanken, die auf einem benachbarten Hügel entſpringt. Wie andere Geſundbrunnen einſt im Glauben des Volks vorzüglich am Johannistage große Kraft beſaßen, mag die hieſige zu Jacobi für beſonders heilſam ge⸗ golten haben. Die Quelle fließt noch, aber die Wallfahrer benutzen jetzt nur

u