Jahrgang 
4 (1855)
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Von Moritz Buſch. 467 ſteckte die Leute in's Gefängniß, man belegte ſie wegen Geringfügigkeiten mit Brüchen bis zu hundert und zweihundert Bankthalern, man belohnte die däniſche Geſinnung auf jede Weiſe, beugte das Recht, wo ein deutſch⸗ geſinnter Kläger einem däniſch denkenden Beklagten gegenüber ſtand und umgekehrt, und ſiehe da, man hat nichts erreicht, als Befeſtigung der S Schwan⸗ kenden, Erbitterung auch der Gleichgültigen und Stählung der Eiſernen. Ja in der That, das Eiſen iſt zu Stahl geworden, und wehe den Unterdrückern, wenn eine hoffentlich nicht allzu ferne Gelegenheit dieſen Stahl auf ſie zückt!

Die vorſtehende Charakteriſtik des Anglers würde unvollſtändig ſein

ohne einen Blick auf ſein Haus. Dabei iſt indeß ſehr zu unterſcheiden zwi⸗ ſchen den zahlreichen neuen Gebäuden und den ältern. Jene gleichen, wenn man von der Größe abſieht, durchgängig den Edelhöfen des Landes. Sie bilden ein nach der Straße zu offen gebliebenes Viereck. Im Hintergrunde ſteht das Wohnhaus, an welches ſich rechts der Stall, links die Scheune anſchließt. Das Wohnhaus iſt äußerſt geräumig. Gewöhnlich iſt es von einer Reihe verſchnittener Linden beſchattet, welche eine Art lebendigen Säu⸗ lengang vorſtellen. Oft führt eine ſteinerne Freitreppe nach der in der Mitte befindlichen, in der Regel grün angeſtrichenen Thüre, die bisweilen verzierte Gewände hat, mitunter auch von einem giebelartigen Vorbau überragt wird. Zu beiden Seiten derſelben blicken aus der rothen Ziegelwand des Hauſes, die ſich mit ihren weißen Fugen überaus freundlich ausnimmt, zwei Reihen großer Fenſter mit grün und weiß lakirten Rahmen und ſpiegelblanken Scheiben. Im Innern findet man faſt ohne A usnahme wenigſtens ein Zim⸗ mer mit Mahagonymöbeln, unter denen ein Pianoforte nicht fehlen darf. Die der Straße zugekehrten Giebel von Scheune und Stall ſind mit eiſernen Klammern in Form von Lilien, Zahlen oder Buchſtaben geſchmückt. Seit⸗ wärts im Garten liegt, ein Abbild des Wohnhauſes in Miniatur, dieAb⸗ nahme, wohin ſich der Hofbeſitzer zurückzieht, wenn er ſich von dem Sohne oder Schwiegerſohne die Laſt der Verwaltung des Gutes abnehmen läßt. Alle Gebäude ſind mit Stroh oder Ried gedeckt, und daß auf einem wenig⸗ ſtens Junker Storch ſeine Reſidenz aufgeſchlagen hat, verſteht ſich in Schles⸗ wig⸗Holſtein von ſelbſt.

Die günſtigen Umſtände der letzten beiden Jahre, welche dem Land⸗ manne mehr als je zuvor den Säckel füllten, haben bewirkt, daß jedes Dorf einige dieſer ſtattlichen Bauernhöfe aufzuweiſen hat. Beſonders häufig ſind

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