Jahrgang 
4 (1855)
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hen dagabung taber erhoben Cinzelnen und was jetzt das auch ſonſt für die ihr vor⸗ nnd vor allem kung einerſeits

aus dem Leben e Saite anzu⸗ lbe zu weiterer gſe.

ch unvermiſcht Norden und eingewandert. ider Alſinger

niedergelaſſen.

den Anglern ken vermocht. brüſtigen und ſen. Schöne ige und ſolche unden rothen er vergebli en mir Aerzte r. anner kleiden der Hufner ge Röcke m ochroth und offen bevor⸗ inen Spiten Vorliebe R uz etinnelt gevei ge⸗

Von Moritz Buſch.

führt wird, daß die Angler Dänen ſind, da dann auch die Propſteierinnen, die wendiſchen Ammen auf der Dresdener Promenade, ja ſelbſt die ſchwäbi⸗ ſchen und altbaieriſchen Landmädchen und im Grunde alle Bäuerinnen der Welt Baſen der jütiſchen und ſeeländiſchen Jenſen ſein würden. Sei dem jedoch wie ihm wolle: jetzt hat die von Süden kommende Mode allen ſolchen Vergleichen ein Ende gemacht. Selbſt die ärmere Anglerin trägt gegen⸗ wärtig den Modehut von Stroh oder Seide. Die Frau des Vermögenden aber kleidet ſich vollſtändig als Dame, und ſeidene Röcke, koſtbare Shawls, goldene Uhren, Ringe und Tuchnadeln ſind bei feierlichen Gelegenheiten, Hochzeiten, Kindtaufen, Fahrten zur Kirche und Beſuchen in der Stadt etwas Gewöhnliches, ja Unerläßliches.

Das einzige Ueberbleibſel der alten Tracht ſind die Holzſchuhe. Bis an die Schlei begegnet man nur ledernen Fußbekleidungen, höchſtens den auch im innern Deutſchland üblichen Pantoffeln mit Holzſohlen, die hier Klotzen heißen. Nördlich von jenem Meerbuſen dagegen trifft das Auge ſogleich jene ganz aus Holz gemachten, mit doppelten Abſätzen verſehenen, vorn ſchiffsſchnabelartig in die Höhe gebogene Schuhe, die dem Vernehmen nach bei feuchtem Wetter ſehr praktiſch ſind, einer menſchlichen Geſtalt aber, die in ihnen dahergeſtolpert kommt, etwas über die Maßen Plumpes und Krüppelhaftes verleihen.

Wie bei allen Norddeutſchen iſt auch beim Angler der Verſtand vor⸗ herrſchend. Er hütet ſich vor plötzlichen Kundgebungen des Gefühls. Ueber⸗ mannt es ihn aber, ſo bricht es um ſo ſtärker hervor. Die Verbeſſerung des Schulweſens hatte bis auf die letzten Jahre außerordentlich viel Gutes ge⸗ wirkt. Der Angler iſt beſonders bildungsfähig. Die Antworten der Kinder beim Katechiſtren zeigen oft eine überraſchende Entwicklung der Denkkraft. Leſen kann jeder Erwachſene, ſchreiben können nur einige alte Leute nicht. Allenthalben iſt ein reger Sinn für Lekture vorhanden. Ueberall liegen in den Schenken Zeitungen aus, und die wohlhabenderen Bauern bekommen regelmäßige Zuſendungen von den Neuigkeiten des Büchermarkts. Bei mehreren fand ich z. B. die Geſchichtswerke von Häuſſer und Gervinus, andere hatten wenigſtens alle Broſchüren, welche die letzten Jahre über die ſchleswig⸗holſtein'ſche Frage gebracht hatten. Ueber die politiſchen Zuſtände der Gegenwart zeigten ſich ſelbſt diekleinen Leute merkwürdig gut unter⸗ richtet. Die Sitten ſind im Allgemeinen untadelhaft. Früher ſoll es hin

und wider in den Gemeinden viele Säufer gegeben haben. Jetzt hört man