Humoriſtiſches. 55
Die Naſe. Sinnſprüche von Ovidius Naso.
Kriegſt Du eine rothe Naſe, Ei, dann meide Bier und Wein; Kriegſt Du kurzweg eine Naſe Wird ein Gläschen Troſt verleih'n.
Haſt Du eine feine Naſe, Merke auf des Windes Weh'n, Und Du wirſt mit langer Naſe Niemals Deines Weges geh'n.
Trage nicht zu hoch die Naſe, Denn ſonſt ſtöß'ſt Du manchmal an;
Laß Dich lieber an der Naſe Ruhig führen dann und wann.
Geh'ſt Du g'rade nur der Naſe 5 Nach, ſo ſiehſt Du nicht um's Eck; Aber ſteck' auch Deine Naſe
Nicht ſo leicht in jeden Topf.
Willſt du heutzutag beſtehen,
Sei, wo's paßt, recht naſeweis, Barnum ſagt:„Nur Naſen drehen! Dieſe Kunſt hat jetzt den Preis.“
Aus Horaz. (ib. V. 1.)
Komm, dem Meerſchaum reizend entſprung'ne Göttin,
Der ich lang kein Opfer entzündet,— denn es
Brannte blattumgürteten Nymphen meine Fidibusflamma.
Wieder weiht mein Mund ſich zu deinem Dienſte,
Sei gegrüßt, ſchon naheſt du meinen Lippen,
Duftig wallt rings Silbergewölk von Porto- Rico-Canaster.
Moderniſirteg Fauſt.
Gretchen. Fauſt. Gretchen.
Verſprich mir, Heinrich! Wgs ich kchgon. 3 So ſagk ciir doch ein Wort von Hei⸗ 5. rat ſchon; Du biſt ein herzlich guter Mann, Allein ich glaub', Du hältſt nicht viel davon. Fauſt. Laß das, mein Kind! Du fühlſt, ich bin Dir gut; Für meine Lieben laß ich Gut und Blut, Doch will ich Niemand ſeine Freiheit rauben.
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Gaudeamus igitur, juvenes! Dumm sumus!
„Kellner, zahlen!“ rief der Student, da ließ
er ſeine Zeche ankreiden.
„Es geht doch nichts über's Waſſer,“ ſagte
der Wirth, als er es kannenweis in den Wein goß.
„Aller guten Dinge ſind drei,“ meinte Qui⸗
dam; da hatte er aber noch nicht ſeine dritte Frau. „Geben iſt ſeliger, denn nehmen,“ dachte Hans, als es an's Prügeln ging.
„Ehrlich währt am längſten,“ ſagte der Gefangene, als er eine Gelegenheit zur Flucht aus⸗
ſchlug.. „Schlaft heute etwas ſchneller,“ ſagte d Bauer zu ſeinen Mägden,„denn morgen geh früher an die Arbeit.“
Die Sylveſternacht iſt ein Feſt der Erinne⸗ rung und Hoffnung. Die Erinnerung iſt kurzſich⸗ tig, denn ſie ſieht das Nächſte am beſten, die Hoff⸗ nung aber weitſichtig, denn ſie richtet ihre Blicke immer in die Ferne. Beide bedürfen alſo der Glä⸗ ſer. Kein Wunder darum, wenn in der Sylveſter⸗ nacht die Gläſer an der Tagesordnung ſind.
Janus, der Gott mit dem doppelten Ge⸗ ſichte, iſt der Patron der Jahreswechſels. Ihm zu Ehren ſieht Alles in der Sylveſternacht doppelt.
Gar Mancher würde ſich Glück wünſchen, wenn ihm Niemand zum neuen Jahr Glück wünſchte.
„Ich weiß nicht, was ſoll es bedeuten, Daß ich ſo traurig bin;. Ein Mädchen aus alten Zeiten, Das geht mir nicht aus dem Sinn.“ Ein Verehrer der Dejazet. Wie ein altes Sprichwort ſpricht, Roſtet alte Liebe nicht; Dpch das ſoll ja nur beweiſen, Keine Treue ſei ein Eiſen. 1—,. — „Eine krxe Spanne Zeit
. Iſt uns zugemeſſen.“ 5„f =e c Mo re le ndt. — 7.
hennA,— 5 „Ihr Ma a 2 en Au
Schiller im„Wilhelm Te leüber 1 ddie neueren Bühnenprodukte. Ter*gh.“
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Die junggermaniſchen Schüler.
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