Jahrgang 
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welche den ſtillen Bezirk umgrenzten, und führte bald Klage darüber, daß ſie gleichfalls zu alt zur Zuckergewinnung ſeien; er habe den Wald ſchon viel durchforſcht nach jüngeren Exemplaren, aber überall vergebens. Moorfeld lud ihn ein, ſich neben ihn zu ſetzen und zeigte ihm das reizende Vöglein, das der Gegenſtand ſeines ſchöneren Inter⸗ eſſes war. Das Kolibri hatte ſich dicht in Moorfeld's Nähe an eine flammrothe Magnolie gefeſſelt, und vertiefte ſich mit der ganzen Süßigkeit einer ſelbſtvergeſſenen Liebe in ſein trunkenes Koſen und Naſchen. Vollkommen reglos hing es an dem Blumenkelch, ſein präch⸗ tiges Körperchen ruhig zur Schau geboten. Der kleine Amor hatte kaum die Leibesfülle einer Hummel, aber der Schönheit war's Raum genug, darauf ihre Wunder zu thun. Sein Gefieder ſtrahlte vom reinſten Juwelenglanz, ſmaragdgrün und opalblau ſpielten Leib und Flügel an der Sonne, ſeine kleine Kehle war ein Rubin von Farbe und Feuer. Schade, daß wir nicht ein wenig Vogeldunſt bei uns haben! ſagte Anhorſt und ſetzte hinzu: Ob ſich mit den Thierchen nicht überhaupt ein Geſchäft machen ließe? Im Mai kommen ſie in ganzen Schwärmen vom Süden nach den Seen durch. Freilich die Amerikaner halten nichts auf Naturalienſammlungen aber nach Deutſch⸗ land könnte man ſie verſchicken; was ſagen Sie, Herr Doctor?

Moorfeld ſah in das braune, zerfurchte Antlitz des deutſchen Mannes und ſah lange hinein. Wie lange ſind Sie ſchon in Amerika? fragte er ihn.

Fünfzehn Jahre, antwortete Anhorſt.

Fünfzehn Jahre! das iſt freilich eine lange Zeit! Er ſchüttelte die Magnolia mit dem Fuße, daß das Kolibri pfeilſchnell davon flog.

Hierauf folgte eine Pauſe des Schweigens zwiſchen den Beiden. Zwei Männer, welche der Zufall an Einem menſchlichen Berührungs⸗ punkt zuſammengeführt, dachten zum erſtenmal, wie man ſah, darüber nach, ob ſie deren mehrere haben könnten. Moorfeld fühlte das Bedürfniß deſſen, was man in der Sprache der Empfindſamen Herzensergießung nennt. Wenn es für einen Menſchen einnimmt, daß man ihm eine Wohlthat erweist, ſo mußte Moorfeld dieſe Theilnahme für Anhorſt haben. Ihm zu Liebe hatte er ohne alle Wahl ſich auf eine Scholle gekauft, die er mit ſorgfältigſter Wahl kaufen wollte, und das Bruchtheil, das Anhorſt davon inne hatte,