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„Nennen Sie den Konſul einen Lügner—“
„Weshalb ſoll er es nicht ſein können? Beweiſen Sie mir, daß ich das Geld wirklich erhalten habe und dann klagen Sie mich an.“ 3
„Da ſteht mir der Verſtand ſtill,“ wandte der Schenkwirth ſich zu ſeinem Freunde, der heftig ſeine Naſe rieb.„Bin ich denn toll oder will dieſer Menſch mich raſend machen?“ 7
Der Barbier näherte ſich langſam dem Wucherer, der trotz ſeiner anſcheinenden Gleichgültigkeit jede Bewegung ſeines Gogner ſcharf beobachtete.
„Wir wollen jetzt einmal gut deutſch miteinander reden,“ ſagte er ernſt und eindringlich.„Jedermann weiß, daß Ihr ein durch⸗ triebener Schuft ſeid, der ſich kein Gewiſſen daraus macht, die Wittwen und Waiſen zu betrügen, der ſein Geld auf die unred⸗ lichſte Weiſe erworben hat. Das weiß Jeder, alter Freund, und ſo nehme ich keinen Anſtand, Euch in's Geſicht zu ſagen, daß Ihr dieſen Mann um die Erbſchaft betrogen und das Geld eingeſteckt habt. Wir laſſen Euch nun zwei Wege. Entweder, Ihr gebt die Summe heraus und wir verzichten darauf, die Sache dem Oberprokurator anzuzeigen, oder—“
„Seid Ihr auch bei der Erbſchaft betheiligt?“ ſpottete Herz. „Oder führt Ihr nur für dieſen einfältigen Mann das große Wort?“
„Laßt den Spott beiſeite,“ fuhr Gabel fort,„wir ſind nicht aufgelegt, zu ſpaſſen. Wollt Ihr das Geld herausgeben?“
p„Herzlich gern, wenn Ihr mir beweiſt, daß ich es erhalten abe.“
„Iſt dieſer Beweis nicht genügend?“
„Wenn Ihr geſunden Menſchenverſtand hättet, würdet Ihr die Frage nicht an mich richten. Ich weiß von der ganzen Geſchichte nichts und finde es höchſt ſonderbar, daß Ihr mir damit in's Haus hineinfallt. Faſt möchte ich glauben, daß Ihr nur darauf ausgeht, mich um eine bedeutende Summe zu prellen, aber wenn Ihr gehofft habt, mich ſo leicht verwirren und einſchüchtern zu können, ſo werdet Ihr jetzt wiſſen, daß Eure Spekulation fehl⸗ geſchlagen iſt.“
„Auch das noch!“ ſeufzte der Schenkwirth, der vollſtändig ver⸗
wirrt nur Eins begriff, nämlich, daß er ſich übereilt und durch
dieſe Uebereilung viel verloren hatte.
„Die Worte, die Ihr mir in's Geſicht zu werfen beliebtet, berechtigen mich, Euch vor die Thüre zu werfen,“ fuhr Jakob Herz fort,„indeß, ich verzeihe ſie Euch Eures geringen Biloungsgrades wegen.“
„Meines geringen Bildungsgrades wegen!“ wiederholte der


