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es ruhig und die Liebe blieb, mild und klar.„Und dann, Eliſabeth,“ fragte er,„und dann?“
„Ich erholte mich,“ ſprach ſie,„ich arbeitete, ich lebte für mein Kind. So lange Frau Hülſen lebte, fehlte es mir nicht an dem Nothwendigſten, ſie war zufrieden mit den Fortſchritten ihrer Enkelin und ließ mir das Stüb⸗ chen. Ich ſtickte und nähte von Morgens früh bis Abends ſpät, und die traurigen Tage ziehen dahin, wie die glück⸗ lichen. Nach einigen Jahren ſtarb die gute Frau und nun kam eine ſorgenbolle Zeit. Das Haus wurde ber⸗ kauft, ich mußte Trbeit in anderen Magazinen ſuchen und jetzt erſt ſah ich, wie großmüthig Frau Hülſen gegen mich geweſen war. Mein Verdienſt reichte nicht immer aus, um unſere kleinen Bedürfniſſe zu beſtreiten; meine Augen † waren angegriffen von vielem Weinen und Nachtwachen, ich konnte nicht immer die feine und beſſer bezahlte Arbeit berrichten. Ich that, was ich konnte für mein Kind; nur
einen Lurus geſtattete ich mir ſelbſt, oder nein, es war nicht Lurus, es war die Bedingung meines Lebens— ich hielt mir eine Zeitung, um auf dieſe Weiſe vielleicht †
Nachricht von Dir zu erhalten. Und mein Hoffen wurde belohnt; Dein Name wurde oft und mit Auszeichnung genannt, und jedesmal erfüllte mich ein ſchmerzliches Glück, wenn ich das las. Durch die Zeitung erfuhr ich auch den Vorgang mit Bühl, und daß Du es warſt, der ſeine Soldaten zum Kampfplatz zurückführte. Es war mir, wie ein Gottesgericht. Zuweilen war ich un⸗. ſchlüſſig, ob es meine Pflicht ſei, um meines Kindes willen ſeine Einſamkeit zu cheilen; aber dann dachte ich daran, wie er mich von ſich geſtoßen. Mein Herz war berbittert, ich fühlte, ich konnte ihm nie ein freundliches Gefühl entgegentragen, ich hatte ihnberachtet, noch ehe die Welt es that. Lieber wollte ich für mein Kind⸗ Boche und Schande kämfen, als unter ſeinem Ein ſtolzes Lächeln flog über Melba bliebeſt doch mein Weib,“ ſagte e
uchs Züge„Dr „ob Dein Vergehen


