Jahrgang 
3
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Unterdeſſen war der Fremde auf der langen Bank bis dicht an den Ofen gerückt, hatte aber ein Bündel, ſein ganzes Reiſegepäck, wohl im Bewußtſein von deſſen Werthloſigkeit, auf ſeinem erſten Platze liegen laſſen. Ob⸗ gleich es mittlerweile im Zimmer gänzlich dunkel geworden war, da Frau Rell die beiden Perſonen nicht für voll angeſehen und ſomit Licht für überflüſſig gehalten haben

mochte, ſo ſetzte der Alte dennoch ſeine Inſpectionsreiſe

fort und Ausſetzungen zu machen an Allem, was ihm aufſtieß und unter die Hände gerieth. Auf einmal fühlte er auf dem Tiſche das Bündel des Fremden, deſſen An⸗ weſenheit er übrigens bisher gar nicht bemerkt hatte, da er, als jener vor einer halben Stunde gekommen war, gerade viel mit ſeinem Beine zu thun gehabt. Er be⸗ taſtete das Packet von allen Seiten, darin Sachen ver⸗ muthend, wie ſie die Landboten oft in der Wirthſchaft zum Aufbewahren abgeben, und fing an den Inhalt zu erſpähen, indem er, ohne den Knoten des Tuches zu löſen, hineinzufaſſen ſuchte. Richtig, dem Dinge war bei⸗ zukommen, und er zog erſt eine Haarbürſte herbor, dann einen kleinen Topf, deſſen Inhalt er gar bald als Pommade herausroch.Ha, ha, gehört einem Perrückenmacher, redete er leiſe für ſich hin.Was iſt denn das? dabei zog er ein Packet kleiner ſteifer Karten heraus und end⸗ lich noch eine Art von Brieftaſche. Die nahm er und ging damit dicht an's Fenſter, von wo ein Schein der Straßenlaterne hereindrang, um wo möglich ein Bißchen näher nachzuſehen, was dieſelbe enthielte.

Bis dahin hatte der Mann am Ofen ſich ruhig ver⸗ halten, obgleich er längſt gewacht. Es war ihm gewiſſer⸗

maßen lieb, daß der Alte ſeine Habſeligkeiten bis auf den