Jahrgang 
3
Einzelbild herunterladen

Ernſt und ſchweigend ſchritten die Männer an den Zäunen dahin, einer hinter dem andern, bis ſie nach dem Bergpfade ausbogen. Mitternacht war nicht mehr fernz da erreichten ſie endlich den Erlenbuſch, vor dem beide Hunde anſchlugen.

Moſes iſt da, ſagte Aaron,die Beſtien haben ihn auf der Spur.

So war es auch. Hinter zwei mächtigen Sträuchern, an einer Stelle, die tief genug lag, um nicht ſo leicht er⸗ ſpäht werden zu können, hielt Aaron's kleines ruſſiſches Fuhrwerk, von dem Moſes einen Theil der Waaren be⸗ reits abgeladen hatte. Die Männer zögerten nicht lange, Schanz und Plätzer beluden ſich mit der einen, Sepp und Röder mit der andern Kiſte. Aaron und Moſes ſchlepp⸗ ten mühſam den Ballen nach. Pferd und Wagen fuhr der Kammwirth heim.

Die Hunde deckten beide Flanken des kleinen Zuges, der lautlos in der ſtillen Nacht dahin zog. Man vernahm nichts, als die ſchweren keuchenden Athemzüge der beiden Hebräer, die unter der ungewohnten Laſt ſeufzten, oder zeitweiſe das Rauſchen und Kniſtern des Gebüſches, wenn die Voranſchreitenden ſich Bahn brechen mußten. Bald wurde der Weg freier, aber nicht minder beſchwerlich. Er führte über Felſen hin, hart an Abgründen, weshalb die Juden zur rechten Seite verwieſen wurden. Endlich nahm Plätzer das Wort.

Wir ſind über der Grenze, ſagte er leiſe;dort iſt die rothe Schlucht. Wenn wir den Fels im Rücken haben, iſt nichts mehr zu fürchten. Dann...

Ein Stocken des Zuges unterbrach ihn. Man hörte die Hunde heftig ſchnaufen, während ſie ängſtlich hin und