Jahrgang 
3
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Weiß Alles, Meiſter.... wir werden einig. Wenn Alles glücklich hinüberkommt, ſollt Ihr nicht über mich klagen. Ihr kennt mich.

Gut das, verſetzte jener befriedigt, und zu Nanni gewendet fuhr er fort:Nun ſpute Dich, Mädel, ſchaff' ein Abendbrod. Trag' auf, was Küche und Keller ver⸗ mag, denn der Herr Aaron wird Appetit mitgebracht haben.

Bald praſſelte draußen auf dem Heerde ein luſtiges Feuer, ein kräftiges Arom ſchwängerte die Luft des kleinen Zimmers, und ehe eine Stunde berging, ſaßen die beiden Männer, Nanni und Guli einer Anzahl dampfen⸗ der Schüſſeln und blinkender Flaſchen gegenüber, deren leckerer und zum Theil koſtbarer Inhalt gar ſeltſam con⸗ traſtirte mit der ärmlichen Ausſtattung des Gemachs ſo⸗ wohl, als mit den ſonſtigen Sitten und Bräuchen des jüdiſchen Handelsmannes, der in dieſer Umgebung jede Erinnerung an das alte Teſtament und ſeine Verbote vergeſſen zu haben ſchien.

Als Meiſter Schanz am andern Morgen ſchon zeitig die kleine Dorfgaſſe hinabſchritt, um einige Perſonen, die ihm bei ſeinen nächtlichen Erpeditionen ſtets dienſtbar waren, von Aaron's Ankunft zu unterrichten, war letztere in Brambach bereits kein Geheimniß mehr. Wenigſtens wußte man, daß ein Fremder in der Schanz'ſchen Be⸗ hauſung übernachtet hatte, und daß denſelben ein anderer Inſtinct, als der des Schleichhandels dorthin nicht ge⸗ führt haben konnte, unterlag bei der Lebensweiſe des Meiſters keinem Zweifel. Mochte dem übrigens ſein, wie ihm wollte: immerhin war für den Juden Aaron und ſein Vorhaben keine Gefahr, am wenigſten Verrath zu