„Und wie ſtehen die Sachen ſonſt?“ fragte der Jude weiter,„hat der Vater viel zu thun?“
„Gott ſei Dank, vollauf, bei Tag und Nacht, wie's eben kommt. In voriger Woche iſt er keine Nacht heim geweſen. Erſt kam der Herr Ephraim von Fürth mit vierzig Ballen wollener Waaren, dann Lazarus Golker von Liſſa, der zwei Fuder Rauchwerk von der Meſſe brachte. Zwei Tage haben ſie zu thun gehabt, um nur die Fuchsbälge hinüber zu ſchaffen, und noch waren ſie nicht fertig, da kam wiederum eine ſtarke Sendung von Löll Gebrüder aus Hannover, ſieben Kiſten, Alles pracht⸗ voll ſchwere ſeidene Tücher, ſo ſchön, wie ich ſie noch nie⸗ mals ſah.“
„Wirklich?“ ſagte Aaron mit einem ſchlauen Lächeln, während er ein kleines Packet hervorzog.„Wirklich? Nun, was meint die Jungfer zu dieſem Muſter?“
Damit enthüllte er einen jener ſchweren Foulards, wie ſie nur aus einzelnen Fabriken Lhons in ſo vorzüg⸗ licher Qualität hervorgehen, und ließ den bunten, glän⸗ zenden Farbenſchmelz bei dem Scheine des Lichts ſpielen.
Nanni faltete überraſcht die Hände und rief erſtaunt:
„Ach, wie ſchön! wie wunderſchön! Schauen's doch, Herr Aaron, dieſe krongelben Streifen— funkeln und blitzen ſie nicht, wie das reinſte lauterſte Gold!“
„Und wie ſchön wird ſich das bei Tage ausnehmen, wenn es den hübſchen Nacken der Jungfer ziert,“ ſagte der Hebräer, indem er das Tuch leicht über die Schultern Nanni's warf.
„Ich hab's doch eben nur kommen laſſen um Ihret⸗ willen. dirert von Paris und expreß für die Nanni. Koſtet zwei blanke Ducaten.. bin heute noch nicht eins mit mir, ob die Jungfer die ſchönen Rändler werth iſt.“
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