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den Tannen! habt Ihr ſie in Eurer Gewalt, dann muß das Forſtamt klagen, und wer klagt, muß beweiſen.“— „Und das kann's Forſtamt nicht,“— erwiederte Sen⸗
dig aufgeregt und fand den Rath unfehlbar klug und
weiſe. Butter ermangelte nicht, Beiſpiele aufzuzählen, wo
wichtige Proreſſe lediglich durch ihn gewonnen worden
wären. Dabei bediente er ſich des Wortes Poſſeß wie einer Zauberformel und wiederholte es ſo oft, daß dem einfältigen
Bauersmann das halbverſtandene, halb mhſteriöſe Wort im
Kopfe herumwirbelte. Es war eine ausgemachte Sache, daß die
Tannen nächſtens in„Poſſeß“ genommen werden mußten.—
Die Ernte war eingeheimſet, die Böden in Haus und
Scheuer brachen faſt von ihrem Segen, ſelbſt die Schänke
hatte müſſen einen Raum herleihen, um ihn ganz unter⸗
zubringen. Da ſäumte der glückliche Waldgutbauer nicht länger, auch ſeine Tannen einzuheimſen. Mit Knechten
und Tagelöhnern machte er ſich an's Werk, nicht in der
finſtern Nacht wie ein Dieb, ſondern am lichten Tage.
Nicht ohne Beklemmung ſah ſeine Frau ihn gehen.„überleg'
Dir die Sache doch noch einmal, Gotthold!“ ſagte ſie
unter der Thür—„wirſt Du Dir auch nicht ſchlimme Händel zuziehen? mir iſt ſo bang, ich weiß nicht wie.“— „Laß mich nur machen!“— erwiederte er—„Du weißt, wie ich's gemacht habe, war's immer recht.“ Damit ver⸗ ließ er ſie und ſchritt zum Werk. In wenig Stunden lagen die Bäume am Boden. Kein Förſter ſtörte die Arbeit und um Mittag hatte Sendig die Stämme vor ſeinem Hauſe. Erſt gegen Abend kam der Förſter an die geräumte Stelle; er ſah mit Erſtaunen, was geſchehen, überzeugte ſich als⸗ bald, wer hier geforſtet hatte, und ging heim, ſeine An⸗ zeige an das Forſtamt zu machen.


