— 369—
Wolluſt wilder ſich berauſchen, Eitelkeit ſich Flitter leihn,
Selbſt mit Seeligen nicht tauſchen Kann die Liebe nur allein.
Sie nur iſt ſich ſelbſt Genuͤge, Eins iſt mit dem Leben ſie,
Es vergehn und altern nie
Ihre reinen Engelzuͤge.
O du Armer, den die Liebe Nie den Freubenbecher bot, Nutzlos in dem Weltgetriebe Traͤgſt du ſelbſt in dir den Tod, Komm und ſieh in dieſe Augen Die von Freude ſelig gluͤhn,
Magſt ihr Feuer in Dich ſaugen,
Daß auch Deine Roſen bluͤhn. Komm und hoͤre dieſe Toͤne, Dieſes traute, ſuͤße Du,
Daß den beſſern Himmeln zu Sich Dein Leben auch verſchoͤne.
Aber Ihr, in voller Bluͤthe Eurer Erdenſeligkeit,
Denen Blumen ins Gemuͤthe
Nun ein Doppelfruͤhling ſtreut, Ihr, durch Gottes Hand verbunden, Im Gefuͤhl des hohen Gluͤcks,
Das zum ewgen Kranz von Stunden Webt das Heil des Augenblicks, Laßt Euch gruͤßen mit dem Laute Reiner Freude, hoher Luſt,
Den der tiefbewegten Bruſt
Heut' ein Genius vertraute.


