Periodikum 
Penelope : Taschenbuch der Häuslichkeit und Eintracht gewidmet auf das Jahr ... / hrsg. von Theodor Hell
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gen Franzoſen! wir ſchicken dem ſtolzen Ludwig hoͤchſtens ein Paar der Behendeſten heim, ihm die Vernichtung der Uebrigen kund zu thun!

Gamerad, fiel Haugwitz ein, ich mei⸗ ne, blinde Zuverſicht iſt der ſchlechteſte Bundes⸗ genoſſe; und der gefährlichſte unſrer Feinde iſt der, deß wir nicht achten! Die Franzoſen ſind ein leich⸗ tes, aber beherztes Volk, der Augenblick iſt ihr Gott, und was kann der Soldat Erſprießlicheres waͤhlen?

Contarini mochte die Wahrheit von des Com⸗ mandanten Bemerkung einleuchten, er ſagte ablen⸗ kend:Herr Bruder, die Franzoſen ſind noch weit; treffen ſie ein, und ſind ſie brav, deſto beſſer, ſo iſt groͤßere Ehre dabei ſie zu ſchlagen; jetzt aber wol⸗ len wir an etwas Luſtiges denken! Unfre Freunde alle gehen dieſen Abend nach Straßburg an des Herzogs von Lothringen Hof, wie waͤr's, wenn Ihr dabei waͤrt, Commandant?

Ich will heut noch die Beſtungswerke in Augenſchein nehmen, ſagte Haugwitz, ernſt und mit einer nur uͤbel verhaltenen mißbilligenden Mie⸗ ne, und ſetzte hinzu:Mir ſcheint das Vergnuͤ⸗ gen nicht die Koſt, ſondern die Wuͤrze des Le⸗ bens, die mit Sinn und Maaß angebracht ſeyn

muß. Gleichwohl will ich mein Amt nicht damit anfangen, ungefaͤllig zu ſeyn; der Commandant ver⸗

goͤnnt ſeinen jungen Freunden den Ausflug nach Strasburg, und wuͤnſcht ihnen Gluͤck und ſchoͤne Taͤnzerinnen!

Somit neigte ſich Haugwitz gegen die Offiziers