Jahrgang 
2
Seite
224
Einzelbild herunterladen

224

Dieſe Theurung aller Lebensmittel, hat übri⸗ gens ihren Grund in einem Umſtande, der wirklich bemerkenswerth iſt. Eine hieſige Familie von 5 bis 6 Perſonen, verzehrt naͤmlich zwanzigmal ſoviel, als eine gleiche in Europa. Dies iſt ohne die min⸗ deſte Uebertreibung geſagt, denn dieſe Berechnung gilt hier allgemein. Unter den europaͤiſchen Ge⸗ traͤnken, ſind in dem Preiscourante auch ſämmt⸗ liche naßauiſche Mineralwaßer angefuͤhrt. Der Krug davon iſt zu 4, 5, 6, 7 und 8 fl. notirt. Man hat naͤmlich in Paramaribo nichts als Ciſternen⸗ waßer, das beſonders in der großen, trocknen Jahrs⸗ zeit, etwas mehr, als fade ſchmeckt.

Ich ſchließe mit einigen Bemerkungen uͤber die hieſige Lebensart, nemlich, was die hoͤheren Claßen anlangt. Man ſteht vor Tagesanbruch, d. h. gegen ſechs Uhr auf, und frühſtuͤckt mit Thee, Caffe, Chocolade, und feinem Zwieback. Hierauf gehen die Veamten, und Plantagen⸗Beſitzer in ihre Bureaus, ſo wie die Kaufleute in ihre Comtoirs. Nun wird gearbeitet bis 12 Uhr. Jetzt erfolgt ein kaltes, ſehr reichliches Gabelfrühſtück, mit Danziger Likör, und Vordeauxwein. Dies dauert bis 1, auch wohl bis 2 Uhr, wenn nemlich Capitaine, oder andere Fremde dazu eingeladen ſind. Meiſtens