Jahrgang 
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Fluße, oberhalb der Stadt, eine Menge leicht Wirthshaͤuſer erbaut. Hier machen die Eleganten, und Elegantinnen der Havanah faſt täglich Luſtpar⸗ thien hin, und nehmen dann gemeinſchaftliche Bä⸗ der von Sonnenuntergang an, bis Mitternacht. Hierzu werden in den ſeichten Fluß zwei Reihen Stüͤhle geſtellt. Die Badenden, Herren und Da⸗ men neben einander, nehmen darauf Platz, und haben nichts als mußelinene Badhemden an. Das Waßer geht ihnen kaum bis an die Huͤften; man genießt Erfriſchungen aller Art. Die ſchönen Crev⸗ linnen wetteifern in ihrer philantropiſchen Liebens⸗ wuͤrdigkeit.

An eigentlichen Spaziergängen hat man hier nur einen, nemlich die Alameda, außerhalb der Stadt. Dieſer iſt aber vortrefflich, und mit vier Reihen hoher, ſchattiger Hrangenalleen beſezt. Auf der einen Seite, die Ausſicht auf die herrliche, grü⸗ nende Landſchaft; auf der anderen das blaue, mit weißen Segeln bedeckte Meer. Dieſer Spaziergang wird, beſonders des Abends, außerordentlich ſtark beſucht. Hier zeigen ſich die ſchönen Damen in ih⸗ ren Volantes, die jungen Herren, in ihren reich⸗ geſtickten Milizuniformen, auf prachtigen Pferden, die Geiſtlichen in ihren ſchwarzen Talaren, und