Jahrgang 
1
Seite
239
Einzelbild herunterladen

3

Hier hörte ſie das furchtbare Getummel auf dem Verdecke, ſtand auf, und ſah durch das Thur⸗ fenſter, wie ihr Mann unter den Schwerdtern der Mörder fiel. Halbtodt vor Schrecken, faßte ſie einen verzweifelten Entſchluß. Sie verriegelte die Cajüte, öffnete eine Fallthuͤr, die durch eine kleine Treppe in den Raum fuͤhrte, und ſtieg hinab. Hier verbarg ſie ſich in einer großen, leeren Weinkiſte, zog den Deckel, der mehrere Spalten hatte, uͤber ſich, und flehte Gottes Barmherzigkeit an.

Es war ſchon vier Uhr Nachmittags; bald er⸗ brachen die Raͤuber die Lucken, und ſtiegen zehn bis zwoͤlf Mann, in den Raum hinab. Jezt fielen ſie uͤber die Ballen, Faͤßer, und Kiſten her, und ſchrieen ihren Cameraden oben, mit gräßlichen Stim⸗ men zu. So ward Alles herausgehißt, und an Bord des Raubſchiffes in den Raum gebracht. Hierun⸗ ter befand ſich denn auch die Kiſte, worin die un⸗ gluͤckliche Frau verborgen war. Die Piraten hatten nicht den mindeſten Gedanken daran, ſondern paß⸗ ten vielmehr den Deckel noch beßer darauf.

Nun mußte ſich's fugen, daß der Caperſchooner ebenfalls ein genommener däniſcher, und ganz von der Bauart des Fregatteſchiffes war. Unſere Ge⸗ fangene erkannte dies an einem Lichtſtrahle, der