Jahrgang 
1868
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4.

2 excellence, ſeinen Namen in die Jahrbücher der Geſchichte ein gravirte.

In der Türkei iſt ſeitdem der deutend mit dem eines Preußen.

Dieſer Ruf nun war es, welcher in der Mitte der funfziger Jahre auch den Vicekönig von Aegypten bewog, ſich an die preußiſche Regierung zu wenden mit der Bitte um Ueberlaſſung einiger tüchtiger Feuerwerker oder Unteroffiziere, als Lehrer für ſeine Artillerie.

Die Bedingungen die er dabei ſtellte, waren ſehr annehm⸗ bar; namentlich ſollten die Betreffenden, welche ſich bereit finden ließen, ſeinem Rufe zu folgen, ſchon nach einer ganz kurzen Dienſt⸗ zeit eine lebenslängliche Penſion von 600 Francs erhalten, auch wurde ihnen ein bedeutendes Gehalt in Ausſicht geſtellt.

Theils in Folge dieſer lockenden Anerbietungen, theils wol auch nur aus Luſt nach Veränderung, dem Triebe die Welt zu ſehen, den fernen Hrient mit ſeinen Zaubern, fand ſich ſchnell eine große Anzahl von Bewerbern, von denen zwei Feldwebel und ein Feuerwerker des Garde⸗Artillerie-Regiments zu Berlin die Auserwählten waren.

Der in jeder Beziehung fähigſte und bedeutendſte dieſer drei Bevorzugten war der Feldwebel K., ein Mann von einem ge⸗ fälligen Aeußern, ausgerüſtet mit hervorſtechenden Charakter- und Geiſtes⸗Eigenſchaften. Beſonders zeichnete er ſich durch große Energie, einen hellen Verſtand und vor Allem durch jene glück⸗ liche Gabe, die ja faſt allen Berliner Kindern von der gütigen Natur zum Geſchenk gemacht wurde, auf jede Frage eine Ant⸗ wort zu haben, vor den beiden anderen Kameraden aus. Neben⸗ bei ſprach derſelbe fließend franzöſiſch, etwas engliſch, ſtenographirte u. ſ. w. kurzum, er war ganz der Mann für Aegypten.

Dieſe Drei reiſten ab, kamen glücklich am Orte ihrer Be ſtimmung an und fanden dort einen ganzen Augias⸗Stall, ein überreiches Feld für ihre organiſatoriſche Thätigkeit.

K. machte ſich mit dem ganzen Feuereifer, der ſeinem kräf tigen Naturell eigen war, ſogleich an das ſchwierige Werk.

Er ſuchte ſich über das Beſtehende zu unterrichten, die ſchad⸗ hafteſten Stellen heraus zu finden, das Vorhandene umzuſchaffen, ſo gut es gehen wollte, kurzum, er ſcheute weder Mühe noch Ar heit, etwas Tüchtiges zu leiſten, und wurde bei dieſen Beſtrebungen von ſeinen beiden Begleitern nach Möglichkeit unterſtützt.

Die Hinderniſſe, welche man bei dieſem ſchwierigen Werke den Bemühungen der unwillkommenen Fremden von allen Seiten gefliſſentlich in den Weg legte, ſchienen ſeinen Eifer nur zu kräftigen und zu noch energiſcherer Thätigkeit zu entflammen; allein alle ſeine Bemühungen, er mochte es anfangen wie er wollte, ſcheiterten doch endlich an der Indolenz und Widerhaarig keit der Paſchas und höheren Offiziere, denen eine jede Rührig⸗ keit verhaßt und unbequem war, und welche die ruhelos thätigen Giaurs gewaltig über die Achſel anſahen. Unter ſolchen Umſtän den und einſehend, daß er ſo einen wirklichen Nutzen zu ſchaffen nicht im Stande ſei, hielt es K. für Pflicht, den Vicekönig um ſeine Entlaſſung zu bitten.

Dieſer war über jenes Geſuch nicht wenig erſtaunt. Es überraſchte ihn ſo unangenehm, daß er K. augenblicklich fragen ließ, welche Gründe ihn zu einem ſo unerwarteten Schritte be wogen hätten, und als dieſer nun vorgab, dieſe Gründe nur Sr.

tame Topſchi gleichbe⸗

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königl. Hoheit ſelber nennen zu können, Befehl gab, ſeinen Topſchi am anderen Morgen zur Audienz ihm vorzuführen.

So bekam K. Gelegenheit, den Vicekönig ſelber von dem Zuſtande der Dinge in Kenntniß zu ſetzen. Er that dies mit männlichem, ſoldatiſchem Freimuthe, und da er fließend franzöſiſch ſprach, ohne Vermittelung eines Dolmetſchers.

Seine Worte machten auf den hohen Herrn einen lebhaften Eindruck. Derſelbe war ebenſo erſtaunt als entrüſtet über das, was er hörte, und verſprach K. die ſchnellſte und nachdrücklichſte Abhülfe aller ſeiner Beſchwerden, auch erlaubte er demſelben in der Folge, alle ſeine Wünſche und Beſchwerden perſönlich vortragen zu dürfen, und verſicherte ihn ſeines allerhöchſten Schutzes.

K. blieb, und der Vicekönig hielt nach Kräften ſein Wort. Er fuhr mit einem kleinen Donnerwetter zwiſchen die trägen und widerſpenſtigen Türken und hieß ihnen, ſeine preußiſchen Topſchis nachdrücklich in ihren Beſtrebungen zu unterſtützen.,

Dies half für eine Weile, die faulen Paſchas, obwol in ihre Bärte hineinfluchend und die Giaurs verwünſchend, mußten ge⸗ horchen. Dafür haßten ſie aber dieſe von nun an innerlich um ſo ſtärker, und wenn ſie das nicht mehr ſo offen zu zeigen wag⸗ ten, ſo war daran nur der glückliche Umſtand Schuld, daß K. jederzeit das Ohr ihres Herrſchers hatte.

Dieſer fing ſein Werk von Neuem an, und zwar diesnial mit etwas beſſerem Erfolge. Indeſſen ſah er doch ein, daß, wenn

er etwas Tüchtiges hier zu Lande leiſten ſollte, er ſich vor Allem

ein ganz anderes Relief geben, den Türken einmal gehörig imponiren mußte. Nach einigem Nachdenken kam

ihm eine vortreffliche Idee: Er ſchrieb an die preußiſche Regierung,

ſchilderte dieſer ſeine und ſeiner Kameraden Lage und bat um Ueberſendung eines preußiſchen Sechspfünders nebſt Munition, Geſchirren und Uniformſtücken. Er bat, daß die Regierung hiermit dem Vicekönige ein Geſchenk machen möchte, damit er im Stande wäre, ſeinen Türken einmal eine Idee von einem vollſtändig be ſpannten und exercierten preußiſchen Geſchütze zu geben.

Die Regierung erfüllte bereitwillig dieſe Bitte, und die ge⸗

wünſchten Gegenſtände langten nach einiger Zeit in Alexandria an.

Nachdem K. heimlich Alles eingekleidet und vorbereitet halte, bat er ſich eines Tages die Gnade aus, Sr. königl. Hoheit ſein Geſchütz mit Beſpannung und Bedienung im Feuer vorexercieren und demnächſt im Namen ſeines Königs ihm daſſelbe zum Ge ſchenk anbieten zu dürfen.

Der Vicekönig willigte freudig ein, und ſo erſchien denn nun am anderen Morgen unſer Freund K. in voller Uniform, mit dem ſorgfältig nach preußiſchem Muſter einexercierten Geſchütz, vor dieſem und ſeinen ſämmtlichen höheren Offizieren.

Was K. erwartet hatte, geſchah: er imponirte ſeinen Paſcha's und Türken über alle Maßen, aber nicht etwa durch ſein promptes Cxercieren und ſicheres Schießen, nicht dadurch, daß er im laufen

den Galop über Gräben und Geſtrüpp jagte das war den faulen Türken ziemlich gleichgültig mit namenloſem Staunen

aber ſahen ſie, daß jeder gemeinſame Topſchi in Preußen einen Roßſchweif trägt, gleich einem Paſcha; eine faſt mit Furcht gemiſchte Hochachtung erfaßte ſie. K. und ſeine Kameraden ſtanden ſeitdem in einem ganz anderen Anſehen wie ehemals, und waren ſo im Stande, dem Vicekönige wirkliche Dienſte zu leiſten. H. S

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Die kriegeriſche Berichtigung der Landesgrenzen hat nach meiner Ueberzeugung der Krone Preußens keine ſchönere Perle erobern können, als dieſes geſegnete Ländchen, im welchem der Himmel die Quelle des Selterſer Waſſers neben der Wurzel der Rebe entſpringen ließ. So oft ich im Lande Naſſau bin, be⸗ daure ich darum nur eins: daß er in ſeiner unerſchöpflichen Gnade dieſe Quelle nicht wie die der Donau zu einem rieſigen Strom anwachſen ließ, der durch Deutſchlands Marken rollt und jeden Morgen die Nebel des ſchlechten Bieres und des Roth⸗

.

ographien.

weins zerſtreut, mit welchem ſich Deutſchland ſeinen welthiſto⸗ riſchen Duſel erzeugt. Ich bin deshalb auch der Anſicht, dieſe Quelle war Preußen nothwendig, um ſeine große politiſche Miſ⸗ ſion zu erfüllen.

Weißbier thut es nicht mehr; das Weißbier öffnet vielleicht den Magen, aber es verſtopft die Gemüther, und alle Welt iſt einig darüber, daß mit dem ſchmutzigen Spreewaſſer die Wiedertaufe Germania's nimmer geſchehen könne.

Seht euch hier um in dem paradieſiſchen Ländchen, das

Machen wir uns kein Geheimniß daraus: das

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