Jahrgang 
1868
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eine leichte Bewegung, und als ich länger darauf hinſtarrte, trennten ſich allmählich die Formen zweier menſchlichen Geſtalten von dem niedrigen Geſtrüpp, welches ſie in geringeren und größeren Zwiſchenräumen umgab.

Ja, ich ſtarrte darauf hin, bis ich glaubte, daß meine Augen erblinden müßten; mein Herz aber zog ſich krampfhaft zuſammen vor unnennbarem Weh, während meine Zähne ſich knirſchend auf einander rieben, daß ſie zerſplitterten, und meine Finger ſich vor ohnmächtiger Wuth in die feuchten Wurzeln des Raſens tief eingruben.

Ich ſah einen hell ſchimmernden Strohhut, wie ihn die Mexicaner zu tragen pflegen; ich ſah eine hellfarbige Decke, die nach mexicaniſcher Sitte von den Schultern eines mittel⸗ großen Mannes niederhing, und«Tomaſo Urbano ſtöhnte ich in mich hinein, indem ich Thränen des giftigſten Rache durſtes in meine Augen dringen fühlte.

Ich ſpähte weiter, und ſah eine zuſammengekauerte

Geſtalt faſt zu den Füßen des Mannes, der mit lebhafter Geberde zu derſelben ſprach. Die Geſtalt verhielt ſich regungslos ſie ſchien das Haupt auf die Hände zu ſtützen und ohne Empfindung gegen die an ſie gerichteten Worte u ſein. Ha! Wer war es, wer konnte es nur ſein? rief der Fallenſteller ſchmerzerfüllt aus, indem er ſeine zitternden Hände zum Himmel emporhob;wer anders konnte es ſein, als die arme kleine Margareth, die dort vor ihrem Peiniger ſaß und vielleicht ſchon den Tod für ſich herbei wünſchte, weil ſie an meiner Treue zweifelte, weil ſie es aufgegeben hatte, daß es mir gelingen würde, ſie aus ihrer entſetzlichen Lage zu retten! Arme kleine Margareth! Wie dein Anblick mir das Herz zerriß und zerfleiſchte; wie ſelbſt mein Rache⸗ durſt, mein Haß verſtummte angeſichts der Leiden, die du erduldeteſt. Arme kleine Margareth, ich ſah dich nicht lange, denn Thränen verſchleierten meine Augen, und ich bat den lieben Gott, daß er uns vereint möge ſterben laſſen, und hätte mein Gebet Erhörung gefunden, ohne Haß und Groll gegen meine Feinde wäre ich in jener Stunde hinüber ge gangen, ja, ſo ſehr liebte ich dich, du gute, du treue, du herzige Margareth!

Die letzten Worte des Fallenſtellers waren wieder leiſer geworden, bis ſie endlich in ein kaum vernehmbares Flüſtern endigten. Die zitternden Hände lagen auf ſeinen Knien und matt und ſchwer ruhte das greiſe Haupt auf der breiten, knochigen Bruſt.

Sein Geiſt wanderte wieder in den unendlichen Räumen der Vergangenheit; wie damals, vor beinahe einem halben Jahrhundert, war auch jetzt jede Spur von Gehäſſigkeit von ihm gewichen; er kannte nur noch den Schmerz und die Trauer um die verlorene Geliebte.

Wohl zehn Minuten verſtrichen in tiefem Schweigen. Wäre der ſiebzigjährige Greis ein Jüngling in der Blüthe ſeiner Kraft geweſen, der verzweiflungsvoll die unerſetzlichen Verluſte beklagte, die er erſt am vorhergehenden Tage er⸗ litten, die Theilnahme ſeiner Zuhörer hätte nicht inniger, nicht tiefer, nicht achtungsvoller ſein können.

Es war bereits um Mitternacht. Hoch oben am Himmel zog der Mond auf ſeiner ewigen Bahn einher, ähnlich einer getrübten Sonne die Landſchaft ringsum matt erhellend. Gedämpft erſchallte das endloſe Raſſeln der Loeuſtgrillen, deren tönende Trommelfellchen durch den fallenden Thau ihren ſchmetternden Klang verloren hatten, gedämpft, wie die den kriegeriſchen Marſch regelnden Inſtrumente, wenn ſie einen Kameraden auf ſeinem letzten Wege zur ſtillen Gruft begleiten. Glühwürmer krochen in unzählicher Menge im feuchten Graſe umher, jeder einzelne ſeine Umgebung in ge ringem Umkreiſe mit phosphoriſchem Feuer milde beleuchtend, als ob die Sterne, deren Glanz das Mondlicht verdrängte,

ſich träumeriſch auf die Erde geſenkt hätten.

konnte.

Nach einer Weile blickte der Fallenſteller wieder empor. Seine Augen wanderten langſam über das Thal des Neoſcho, bis endlich an den daſſelbe begrenzenden Hügeln haften blieben.

Wie der Mond ſo hell ſcheint, hob er an,iſt s doch, als wollte er mir noch einmal alle jene Punkte zeigen, auf welchen einſt doch warum greife ich in meiner Erzählung vor? Früh genug werde ich den Abſchnitt meines Lebens berühren, der meine Seele tödtete und nichts zurück⸗ ließ, als eine elende Hülle, die einzig und allein dem Gram zur Wohnung angewieſen wurde.

Als ich von dem Abhange zurückſchlich, von welchem aus ich in das feindliche Lager geſpäht hatte, überblickte ich von der Höhe herab noch einmal das Thal des Neoſcho, und ebenſo ſchnell hatte ich auch einen Plan zum Angriff entworfen, der, wenn nicht beſondere Umſtände gegen uns waren, kaum fehlſchlagen konnte.

Nach wenigen Minuten befand ich mich wieder bei meinen Gefährten. Was ich entdeckt und erfahren hatte, mochte auf meinem Geſicht ausgedrückt ſein, denn anſtatt Fragen an mich zu richten, nahmen ſie ſtumm meine An⸗ weiſungen entgegen; doch bemerkte ich, daß ihre Blicke zu⸗ weilen mit ſeltſamer Theilnahme auf mir ruhten, als ob ſie mich zugleich bedauert und, meiner eiſigen Ruhe wegen, be⸗ wundert, faſt gefürchtet hätten. Ja, ich war ruhig, aber in meiner Bruſt loderte ein heller Brand und vor meinen Augen flimmerte rauchendes warmes Blut. Es waren meine Brüder und Nachbarn, die ſich bei mir befanden, allein hätte Einer von Ihnen Einſprache gegen meine Anordnungen erhoben, ich weiß nicht weſſen ich fähig geweſen wäre. Betrachtete ich dor überflüſſig geſprochene Wort als einen Zeitverluſt,

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der dürch nichts in der Welt erſetzt oder eingeholt werden

Bald nach meinem Eintreffen ſtanden unſere Pferde, geſattelt und gepackt wie ſie waren, im Neoſcho auf einer ſeichten Stelle, und zwar ſo gefeſſelt und verſichert, daß ſie das Gras vom Uferrande abzunagen, ſich indeſſen in keiner andern Weiſe zu rühren vermochten. Nachdem wir darauf unſere Waffen noch einmal geprüft, Meſſer und Beile ſo in die Gürtel geſchoben hatten, daß ſie zur Hand waren, ſtiegen wir in den Strom hinab. Bei ſeinem ſeichten Stande über⸗ tönte das Sprudeln der Fluten das von uns erzeugte Geräuſch; wir bewegten uns daher mit aller nur möglichen Haſt auf dem durch Buſchwerk und hohe Bäume geſchützten und über⸗ dachten Wege ſtromaufwärts.

Trotz der Umwege, zu welchen uns die Windungen des Fluſſes zwangen, war noch keine Viertelſtunde entflohen, als wir uns der Stelle näherten, auf welcher nach meiner Berechnung unſere Feinde den Nevoſcho durchſchreiten mußten.

Dort konnten ſie uns nicht mehr entgehen, ſelbſt'dann nicht, wenn ſie, durch den heimkehrenden Jäger gewarnt, ſich ſogleich zur Flucht wendeten.

Doch es war, als ob ſich Alles verſchworen gehabt hätte, uns das gewagte Unternehmen zu erſchweren Wir waren nämlich nur noch durch eine halbe Flußwindung von dem Punkte getrennt, der durch die wandernden Biſonheerden in eine erträglich bequeme worden war Ihr könnt die Stelle von ſ is deutlich dort drüben an den hohen Platanen erkennen, deren Wipfel der Mond ſo weiß beleuchtet, als ich, ſcharf durch das Unterholz ſpähend, zwei lange Geierfedern bemee, die der leiſe Wind in träge ſchwankender Bewegung erhien Daß dieſelben mittels feiner Riemen nur auf dem irbel eines indianiſchen Kriegers befeſtigt ſein konn griff ich eben ſo ſchnell und meine Hand rückwärts emphebend, brachte meine Gefährten augen⸗ blicklich zum Stehen Bhan ſchob ich mich ganz nach dem Ufer hinauf, und meine eiteren Forſchungen ergaben, daß einer der wilden Räuber auf dem Uferrande

niedergelaſſen hatte und reglos eine Angelſchnur beob⸗ achtete, die von ſeiner Fauſt Kach einer tieferen Stelle des Stromes niederreichte. Zu unſerm Glück gereichte, daß die Büffel beim Durchſchreiten des Fluſſes und durch Wälzen in

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