Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1555-1556
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Feuilleton.

Correſpondenz..

Paris. Den 15. November.

Madame Lopes, die Barricadenheldin. Fräulein Rachel und ihre deutſche Reiſe. Revue der Pariſer Theater. Lumley. Noſſinis neue Oper. Der unangenehme Nachbar. Herrn Dupins Sarkasmns.

Kennen ſie Marie Lopez, die grazieuſe Schau⸗ ſpielerin des Palais royal? Ich glaube ſchwer⸗ lich, denn Madame Lopez, obgleich eine ſehr ſchöne Frau, iſt doch eine ſehr mittelmäßige Schauſpielerin, die ihre 5000 Franes jährliche Gage mehr ihrem Muth, als ihrem Schau⸗ ſpielertalent verdankt. Madame Lopez, eine glü⸗ hende Caſtilianerin, nahm an der Februar⸗Re⸗ volution einen thätigen Antheil, indem ſie auf den Barricaden männlich kämpfte, und nament⸗ lich bei dem mörderiſchen Kampfe des chateau d'eau einen bewunderungswürdigen Heroiémus entwickelte. Für dieſe ihre republikaniſche Auf⸗ opferung verſchaffte ihr Ledru⸗Rollin ein En⸗ gagement am théätre frangais, man ſieht, die

erren der proviſoriſchen Regierung bezahlten ihnen geleiſtete Dienſte ſehr gut. Doch Sie werden fragen, wie ich jetzt auf dieſe Dame zu ſprechen komme. Ich will Ihr Staunen befriedigen. Madame Lopez hatte an Stelle der erkrankten Madame Brohan die Dorine in Moliér's Tar⸗ tüffe geſpielt, und war eben in ihre Wohnung zurückgekehrt, als Herr Carlier ſie arretiren ließ, weil dieſe ſchöne Spanierin in das Lyoner Com⸗ plott verwickelt ſein ſolle. Wir wiſſen nicht, wie ſchwer gravirt die Dame iſt, wir wünſchen aber, daß die Juſtiz minder ſtrenge mit ihr verfährt, als die Kritik, die ſie ſtets arg mitgenommen. Ich erzählte Ihnen, daß Fräulein Rachel wieder

zu uns zurückgekehrt iſt. Sie hat in Deutſchland!

binnen 34 Monaten 86 Mal geſpielt, alſo jede Woche beinahe 5 Mal, und 260,000 Francs Netto eingenommen; ihr Bruder Raphael, der die Truppe führte, empfing 10 Procent von der Nettoein⸗ nahme, alſo 25,000 Fes. Ein nettes Sümmchen. Herr Felix, der ſonſt die Deutſchen immer bétes zu nennen pflegte, ſoll nach dieſem Reſultat be⸗ deutend günſtiger über meine Landsleute urtheilen. Erlauben Sie, daß ich jetzt in kurzen Worten unſere Bühnen die Revue paſſiren laſſe. Lopera nichts Neues. Madame Viardot⸗Garcia iſt an die Stelle der Madame Alboni getreten, Rogers Stimme wird immer ſpitzer, und man erzählt, daß Herr Roqueplan Herrn Ronconi zu engagiren beabſichtige. Im theätre frangais ſind Fräulein Brohan und die zurückgekehrte Rachel, die Sterne, welche in ungeſchwächtem Glanz ſtrahlen. Seribes

Contes de la reine de Navarre iſt noch immer Caſſenſtück. Die opera comique gab eine kleine Operette:le paysan, Text von Alboige, Muſik von Poiſot, hinter welchem Namen ſich eine hohe Perſönlichkeit, man nennt einen Prinzen von Geblüt, verbergen ſoll. Diebeiden Edelleute, Giralda,Traum einer Sommernacht unddie Roſenfee ſind die Opern, welche das Repertoire beherrſchen, und die Namen Ugalde, Lefebre und Mirlan, die Künſtlerinnen, welche dieſe Opern halten. Man erzählt ſich hinter den Couliſſen, daß Feliclen David, der Componiſt der Wüſte, der opera comique eine Compoſition gegeben, und daß ein ſehr gelobtes Werk des Herrn Maillard zur Aufführung kommen ſoll. Das iheatre historique des Herrn Dumas, welches Herr Demery jetzt übernommen, wird ſocialiſtiſch verwaltet werden. Herr Demerh ſoll ſich bei ſeiner Verwaltung das Inſtitut dervereinigten Köche zum Vorbild genommen haben. Vom Podeon läßt ſich, ſeit Altaroche deſſen Leitung übernahm, nichts weiter ſagen, als daß es vor⸗ handen. Im Vaudeville ſahen wir la famille du mari und Tange du rez de chaussée zwei Stücke, die entſchieden durchfielen, und das mit Recht. Einiges Aufſehen erregte das Wieder⸗ erſcheinen des Fräulein Dejazet im Vicomte von Letorieres. Das Variétös empfiehlt ſich durch die Zahl ſeiner Gaben. La dot de Mariette hat ſeiner Caſſe keinen Vortheil gebracht. Le pont cassé und le supplice de Tantale ver⸗ danken ihren zweifelhaften Erfolg dem meiſter⸗ haften Spiel Arnals. Und Panneau de Salomon iſt ein höchſt abgeſchmacktes Ding, ohne Pointe. Im Gymnaſe macht bonhomme Lafontaine noch immer volle Häuſer und auch un divorce sous l'empire gefällt noch immer, Charles le téméraire und les baignoires du gymnase dagegen theilen dieſen Succes nicht. Montansier, SaintMartin, Ambigu und gaité vegetiren ſo fort, ohne eben etwas Erwähnenswerkhes zu produciren. Der Monat October brachte uns im Ganzen 25 Neuigkeiten, von 35 Autoren, immer noch unge⸗ heuer viel gegenüber Ihrer dramatiſchen Sterilität. Von Lumleh und ſeiner italieniſchen Truppe ſpreche ich Ihnen wohl in meinem nächſteu Schreiben, heute wollte ich nur ein Mal ein Wort gegen all die Myſtificationen und Lügen ſagen, welche Betreffs Roſſini's und ſeiner an⸗ geblich neuen Oper circuliren und auch in den Spalten Ihres Blattes Aufnahme fanden. Ich kann Sie aber verſichern, daß an all dem Gerede kein wahres Wort iſt, daß der Verfaſſer des Tell und Moſes weit eher an Compoſition einer neuen Paſtete, als an Compoſition einer Oper denkt, und daß ſein Genie ihm in den Bauch gefahren iſt, der mit jedem Tage dicker wird. Nachdem ich dem Theater ſein Recht habe angedeihen laſſen,

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