1551
Nene deutſche Zeitbilder. Zweite Abtheilung. Joſephe Münſterberg. Roman in drei Bän⸗ den. Erſter Band(216 Seiten), zweiter Band(222 Seiten), drifter Band(252 S.). 8. geh. Eisleben. Verlag von F. Kuhnt.
Wenn ſchon Anna Hammer von demſelben Brifaſſer ſich nur theilweiſe(ve politiſche Ca⸗ marilla des Verfaſſers kann hier nicht in Bettacht konimen) den Beifall der Kririt erwarb, ſo wird es vorliegendem Romane ſicherlich noch weniger gelinhen, da man ſich nicht gut ein leicht ge⸗ fugteres Gebüude denken kann, als dieſen ſoge⸗ nanntei Roman, der die wankelmüthige Staffage für eine Maſſe Reflexionen und Maximen bildet, die eben, weil ſie oft bei den Haaren herbeige⸗ zogen werden, all und jeden Eindrucks entbehren. Wenn man, um eine Intrigue und Spannung zu ſchaffen, ſeine Zuflucht zu dem oft gebrauchten Mittel von Zwillingsbrüdern, die ſich frappant glrichen, nehnlen muß, hier die Gebrüder Mos⸗ bach, wenn man einen Filoucharacter wie Frl. Henriette Budberg in die Novelle einflechten und ihr eine mehr als unwahrſcheinliche, ja, geradezu unmögliche Rolle zutheilt, wenn man, um nur mit guter Gelegenheit einige Ratomondaten über Religion oder politiſche Märthrer zu ſagen, Perſonen in den Roman flicht, die mit dem Gang deſſelben in keinerlei Verbindung ſtehen, ſe muß man ſich kopfſchüttelnd fragen, wie ein ſo geiſtreicher Mann wie Temme auf die un⸗ glückliche Idee kam, Romanc zu ſchreiben. Was nun die Raiſonnements über Adel, Gerichtsweſen, Soldatenthum und Religion, Stundesvorurtheile und Hofkabalen betrifft, müſſen wir auch hier dem Verfaſſer erklären, daß man, da er abſolut negirt und alles tadelt, von vorn herein gegen ſein Urtheil eingenommen wird und auch dieſer Theil des Romans eben ſo wenig auf Wahrheit Anſpruch machen kann.
Frauenloos. Von Julie Burow. Erſter Band (335 Seiten), zweiter Band(219 Seiten). 1850. Königsberg. Adolph Samter. 8. geh. Rthlr. 2.
Es iſt die Pflicht der Kritik, ein auftauchen⸗ dis Talent zu ermuthigen und kräftigen, und Julie Burow iſt ein viel verſprechendes Talent. Wollen wir auch nicht in Abrede ſiellen, daß vorliegende Erſtlingsgabe, namentlich was Klar⸗ hrit und Präciſion betrifft, zwei Fehler, denen faſt alle Damenin ihren erſten literariſchen Arbeiten verfallen, Vieles zu wünſchen übrig läßt, ſo iſt doch die Zeichnung der Frauen⸗Charactere na⸗ mentlich vortrefflich zu nennen. Drei Haupt⸗ perſonen begegnen uns; Hannchen, Eliſabeth und Agathe. Ihr Geſchick iſt ein ſehr verſchiede⸗ nes. Hannchen, an einen vornehmen Wüſtling geſchmiedet, den ſie nur durch ihren Reichthum zu beherrſchen vermag, iſt eine jener Frauen, die uns im Leben nur zu oft begegnen, ein Opfer der Convenienz. Eliſabeth repräſentirt die Liebe in ihrer glänzendſten Apotheoſe; Agathe, das Opfer des Schurken Lederfeld, zeigt uns das Weib in ſeiner tieſſten Erniedrigung. Dieſe drei Frauen, um welche ſich die ganze Geſchichte dreht,
SS
1552
ſind meiſterhaft gezeichnet, ſie ſind in allen Nüancen dem Lebenzabgelauſcht, und das Schaffen dieſer drei Charactere allein bürgt dafür, daß die Ver⸗ faſſerin ſicherlich dereinſt Bedeutendes leiſten wird. An ihr iſt alles Natur, alles Wahrheit, ſie ſchreibt mit ihrem Herzblut, nicht mit ihrem Verſtande. Wir könnten allerdings dieſem Urtheil einige Wennund! Aber beifügen; wir unterlaſſen es abſichtlich, da wir, wie geſagt, bei ſo vielem Talent nicht entmuthigen, nicht zurückſchrecken wollen. Nur möchten wir der verehrten Ver⸗ faſſerin rathen, minder sans géne zu ſchreiben; es mag in gewiſſen Fällen rathſam, ja fögar unumgänglich nöthig ſein, rückſichtslos ſeine Ge⸗ danken niederzuſchreiben; in einem Roman, wie der vorliegende, iſt es jedenfalls ein Fehler, da dadurch die Lektüre deſſelben, namentlich für Jungfrauen, die daraus ſo Manches lernen känn⸗ ten, gefährlich wird. Wir rechnen dahin vor Allem Agathens Bekenntniſſe. 412 31
Damerones, oder der Dreiſtändekampf im zwölf⸗
ten Jahrhuudert. Von George Heſekiel.
Berlin 1850. Verlag von C. G. Brandis. 12. geh.(268 Seiten). Rthlr. l.
Der Kampf, der im 12ten Jahrhundert unter Ludwig V. von Frankreich, guch der Dicke ge⸗ nannt, zwiſchen Prieſter⸗, Adel⸗ und Bürger⸗ thum ausbrach und das erſte Zeichen jener Reihe von Kämpfen war, welche am Ende des 18ten Jahrhunderts in der franzöſiſchen Revolutign ihren Gipfelpunkt erreichten, wiſd unsin dieſem kleinen Rahmen in lebendiger und äußerſt qn⸗ ſprechender Weiſe vorgeführt. Philippe von Corns⸗ haut, der den Adel, Aſelmus Abt von Typhaineß, der das Prieſterthum, und Simon, der das Bür⸗ gerthum repräſentirt, ſind alle drei gleich vor⸗ trefflich gezeichnet. Der litende Gedanke, der jeden dieſer Standesrepräſentanten heſtelte, iſt unpartheiiſch und treu feſigehalten und keiner wird auf Koſten des andern geſchmäht oder er⸗ hoben. Die ſchwärmeriſche Begeiſtexung des Abtes für die Jahrhundert alten Gerechtſamen ſeines Standes, die durch Geburt und Sitte angeborne Verachtung des Adels gegen Bürger und Bauer⸗ die erwachende Freiheitsluſt des geknechteten Bür⸗ gers, dies Alles iſt ohne Uebertreibung geſchildert. Wenn wir dem beifügen, daß auch die Liebe Damerones der Tochter Simons des Volks⸗Con⸗ ſuls und die der Dame Mahaut von Cornauiller zu Philippe, dem tapfern und edlen Kämpen, in höchſt wirkſamer Weife dem Ganzen eingewebt ſind, ſo wird es nicht überraſchen, wenn wir dem Buch des Herrn Heſekiel unſere volle Anerkennung zollen und den Wunſch beifügen, er möge uns recht bald mit einer ähnlichen Gabe erfreuen⸗
Keine Politik. Roman von Ida Frick. Erſter Theil(230 Seiten), zweiter Theil(194 S.). 8. geh. Leipzig, Ad. Wienbrock. Rthlr. 2 12 Ngr.
Wenn das erſte Erforderniß eines Romanes Romantik iſt, ſo iſt das vorliegende Buch ein
ausgeze nun fie nuns 2 bemiſſ ßiick ſonnend Siluutie hune Ri in Her l ere in Joh haelens Fodtenn hauht a Roman dieſet Grünal und J ſagt B eſſione it, 1 kuuzſde ſchiedene pitel, w Arhur, Irhann Biſtreitt ein vi Prrleg
Die ſ
p
*
Ranf 18 Se „Eit müdlie Pube und ei Simre en 2 eſer Haben ₰ſt ke Die 6 Vie ſe
Eind


