Literatur.
In London erſcheinen mehrere von Frauen redigirte und geſchriebene Journale. Das be⸗ deutendſte derſelben„Eliza Cook's Journal“ ſpricht in ſeiner letzten Nummer von einem medieiniſchen Frauen⸗Collegium, wulches in Pennſylvanien gegründet und von der dortigen Geſetzgebung unterſtützt wird. Miß Cook ſpricht dem Unter⸗ nehmen, wie ſich leicht denken läßt, das Wort, und beweiſt die Nothwendigkeit und Nützlichkeit weiblicher Aerzte aus der Geſchichte, der Literatur und dem Leben. Namentlich Nervenkrankheiten, ſo meinte das Frauen-Journal, würden durch Damen zweckmäßiger behandelt werden können, als durch männliche Aerzte. Den erſten Doctor⸗ hut ſoll eine Miß Eliſabeth Blackwall erhalten, die in Genf und Paris ſtudirt hat.
J. J. Hermann, einer der ausgezeichnetſten Leyicographen, hat ſoeben zu Paris ein deutſch⸗ franzöſiſches Wörterbuch erſcheinen laſſen, welches nach einem ganz neuen Plan bearbeitet iſt, und einen erfreulichen Beweis liefert, daß die deutſche Sprache bei unſern Nachbarn jenſeit des Rheins mehr und mehr Liebhaber findet. Dieſes Lexicon, auf deſſen Ausarbeitung Herr Hermann 8 Jahre verwandte, zeigt von einem lobenswerthen Fleiß; die beigegebenen Citationen deutſcher Schrift⸗ ſteller, die ſeltene Ausführlichkeit und Wortreich⸗ thum laſſen nichts zu wünſchen übrig. Herr Hermann, Verfaſſer einer franzöſiſch-deutſchen Gramatik(achte Auflage) und eines deutſchen Leſebuchs für Franzoſen(fünfte Auflage), Werke die von der Univerſität von Paris gekrönt wur⸗ den, hat auch vom Unterrichtsminiſter ein Be⸗ lobungsſchreiben empfangen.
Dortor Cverbeck hat bei Ladrauge und Gar⸗ nier ein 42 Seiteu ſtarkes Bändchen erſcheinen laſſen: Qu'est ce que la bible d'aprés la nou- velle philosophie allemande.(Was iſt die Bibel noch der neuen deutſchen Philoſophie.) Das Büchlein macht in Frankreich ungeheures Aufſehen, wird aber vom Klerus wüthend ver⸗ folgt, das univers nennt es ein Werk des Satans.
Guizot wird binnen Kurzem zwei neue Werke erſcheinen laſſen. Das eine, Monk, der Fall der Republik und die Reſtauration der Monarchie in England, bildet einen mäßig ſtarken Band, nur einzelne Fragmente wurden bereits 1837 in der revue frangaise veröffentlicht. Guizot hat das⸗ ſelbe revidirt und vermehrt, indem er hhiſtoriſche noch nicht publicirte Documente beifügte, nämlich: einen Brief Richard Cromwell's an Monk, und 70 Depeſchen, welche der franzöſiſche Geſandte von Bordeaux während der Jahre 1659 bis 1660 an den Cardinal Mazarin richtete und die ſich im Archiv des Miniſteriums der auswärtigen Angele genheiten befanden. Das zweite Werk heißt Washington. Gründung der Republik der Vereinigten Staaten Nordamerika's, ein Werk, das man mit unendligher Spannung erwartet und welches namentlich ſenſeits des Oceans uner⸗ hörtes Aufſehen erregen wird. Jared Sparks wird das Werk in's Engliſche übertragen.
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1528
Wir entnehmen einem höchſt intereſſanten Auf⸗ ſatz von Serrinon, den eine der neueſten Nummern der„Preſſe“ enthält, über die Buchdruckerkunſt in Spanien folgende Notiz. Adalrirus Gallus, deſſen deutſcher Name Waldrich Hahn war, geboren zu Ingolſtadt, führte 1467 die Buchdruckerkunſt zu Rom ein. Er ſtarb 1479 und druckte auch mehre Werke über Spanien, ſo die 1470 zu Rom er⸗ ſchienene historia hispana.
Perbot. Die von Kollatſchek herausgegebene Monatsſchrift, welche in Stuttgart erſcheint, iſt verboten worden. Man vermuthet, daß ein Auf⸗ ſatz des jetzt als Flüchtling in der Schweiz lebenden früheren preußiſchen Lieutenants W. Caspary über den preußiſchen Militairſtaat die Urſache dieſes Verbotes ſei.
Ueapels Preſßzpolizei. Ein buchhändleriſches Schreiben aus Neapel berichtet Erſtaunliches über die Leiſtungen der dortigen Preßpolizei. Außer den im Index libror. prohibit für die geſammte Chriſtenheit verpönten Büchern hat die Regierung des Königs von Neapel noch eine endlos lange Reihe von Schriften pro⸗ ſkribirt, der wir nur folgende entnehmen: Hum⸗ boldt's Kosmos, Göthe's Fauſt, Schiller's Tell, und Räuber, Shakeſpeare, Goldſmith, Valerh's Italh, Moliére, Lamartine, Girardin, V. Hugo, Paul de Kock, G. Sand, Thiers, Dumas, von deutſchen Geſchichtswerken u. A. Heeren's Ideen, Stephani Theſaurus und alle Auszüge aus dem⸗ ſelben, Buxtorf, Simondi Fconomie polit., alle denkbaren pbiloſophiſchen Schriften und von alten Klaſſikern Ovid, Lucian, Lukrez, Sophokles, Sueton ꝛ.
Mr. G. Lopway, jener rothindianiſche Häupi⸗ ling aus Nord-Amertka, der beim Frankfurter Friedens⸗Congreſſe und bei den Londoner Mäßig⸗ keits⸗Zweckeſſen einen der Hauptlöwen ſpielte, hat(London, bei Gilpin) ſeine Memoiren her⸗ ausgegeben. Auf dem Titelblatt figurirt der frühere Name des Verfaſſers Ka⸗ka⸗ga⸗ga⸗bo⸗wo. Sein Buch ſoll über die Zuſtände des Ojibewah⸗ ſtandes authentiſche Aufſchlüſſe geben, und iſt nicht ohne literariſches Geſchick geſchrieben, ob⸗ gleich dann und wann eine idiomatiſche Phraſe an den Tomahawk und die Friedenspfeife er⸗ innert.
Californien Ulustrated NMews. Wir machen auf eine neue Zeitung aus Californien aufmerk⸗ ſam, welche unter dem Titel„Californien MMu⸗ strated News“ herausgegeben wird, und deren zweite Nummer in London angekommen iſt. Aus den beigegebenen Holzſchnitten, welche Alles übertreffen, was ſelbſt in England in dieſem Genre Vortreffliches geleiſtet wird, kann mal ſich ein ziemlich genaues Bild von den Gegenden des Wunderlandes und dem Leben ſeiner jungen Bewohner machen. Auch das Literariſche des Blattes iſt gut gehalten. Der Preis jedoch iſ ein Californiſcher. Die einzelne Nummer koſtet nämlich einen Dollar, und zwar iſt der Preis — ſo meldet der Herausgeber— deshalb ſo niedrig() angeſetzt, um das Blatt auch dem Aermſten zugänglich zu machen.
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