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bellen, zuletzt noch recht kriechende Hofhunde werden. F. 5 r.
Bernhard von Lepel: Die Zauberin Kirke. Berlin, Mittler's Buchhandlung.(A. Bath.) 1850. 8. 146 Seiten.
Daß ſo viele Gewandtheit in der Versbildung an ein ſo unbedeutendes Thema verwendet worden, deſſen Erfindung mehr als ſchwach iſt, müſſen wir ſehr bedauern: Ein deutſcher Candidat und ein Licentiat machen mit dem Autor einen Ritt durch die Pontiniſchen Sümpfe, werden irre ge⸗ führt und gelangen in Kirke's Reich; doch ehe die Audienz beginnt, erſcheint ihnen die Fee Morgane und ſpricht:
Ich hörte Dich zehn Meilen weit Anapöſte deklamiren,
Und komme, Dir aus Dankbarkeit Dies Kraut zu präſentiren.
Dies Kraut ſchützt ſie gegen die bekannte Meta⸗ morphoſenmenomanie der Zauberin, und ſie wer⸗ den ins Schloß geführt, wo ein Löwe als Portier ſteht,„wie Kaulbach's Löwe in Reineke Fuchs daſteht in ſtolzer Haltung.“ Die beiden Be⸗ gleiter wollen nicht eintreten, der Demokrat, weil er das Thier für ein Symbol des Königthums hält, der Ariſtokrat, weil er meint, es ſei eine Verhöhnung ſeines Königsglaubens.— Der Löwe trägt ſie zur Audienz; Kirke giebt ihnen Wein, um ſie zu verwandeln, ſie ſind aber durch das Kraut in der Weſtentaſche geſchützt, und der Autor, der mit einem Regenſchirm auf ſie ein⸗ dringt, iſt und wird der ihr prophezeihte Lieb⸗ haber. Die Begleiter zanken ſich bei der Audienz, ſo daß Kirke ſie durch gegenſeitigen Haß bald in ihre Macht zu bekommen verſpricht. Beide ver⸗ lieben ſich in die Königin, und dieſe weiß ſie zu hereden, daß ſie ſich einander das Kraut ſtehlen, worauf denn bei beiden Gegnern die Schweine⸗ bildung vor ſich geht.— Bald wird auch dem Dichter der Aufenthalt und die Liebe langweilig, und weil er ſeine Entlaſſung nicht erhalten kann, muß Morgana ihm helfen, welche ihn zuvor noch (wie früher Odyſſeus belehrt wurde) unterrichtet:
So mußt auch Du, wie ſehr ſie droh'n,
Fern halten dieſe Beiden,
Die Charibdis⸗Revolution,
Die ſtrudelnde, vermeiden.
Und auch die Scylla⸗Reaction,
Das bellende Ungeheuer,
Dem mancher Sprung gelungen ſchon,
Und immer droht ein neuer.
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Von fern ſieht er Sicilien:
Das iſt es, wo die Morgengluth Hinſtreift am Gartenrande,
Wo Deutſchlands edelſter Sänger ruht Am fernen, felſigen Strande.—
Prophetiſch wies er ſeiner Zeit In mächtigen Geſängen
Ihr niederbeugendes Büßerkleid, Und ruht von ſeinen Klängen.—
Zum Schluſſe heißt es:
Und vor Gaeta ſtieg ich aus, Dem Lärm der Welt entgegen; Zum Fenſter ſah der Pabſt hinaus Und gab mir ſeinen Segen.
Dort hockte das Diplomatenkorps Und der König von Neapel,
Und etwas Großes ſtand bevor, Doch ließ man nichts vom Stapel.
Ich machte Jedem meinen Beſuch Und, wo ſich's mochte fügen,
Las ich aus dieſem Tagebuch
Zu aller Welt Vergnügen.
Und wenn es iſt ein Aergerniß, Der ſoll nicht Zeit verlieren: Er reiſe nach Kirkopolis
Und laſſe ſich kuriren.
Friedr. Wanderer: Streiflichter und Schlagſchatten
aus der Neuzeit. Bremen Franz Schlodi⸗
mann. 1849. 8. 48 Seiten.
Bei ſolchem Lichte und bei dieſem Schatten laſſen ſich die Gegenſtände recht wohl und richtig erkennen; aber es iſt die Zahl derer leider be⸗ deutend zuſammengeſchmolzen, die noch Luſt und Liebe für ſolche Bilder hegen, die faſt in's Fabel⸗ reich der Schatten und Schemen gehören, ſelbſt wenn ſie prophetiſch werden, wie:
Nun, deutſches Volk, nun hilf Dir ſelbſt,
Brich ab des Zweifels Brücke,
Eh' Du verſchwarzeſt und vergelbſt
An weiß und ſchwarzer Krücke,
Des Nordens Knutenthum erliegſt,
Schaar Dich zum Kampfe, und Du ſiegſt.
(Beſcheidenes ²)
Al., Dr.
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