Jahrgang 
2 (1850)
Seite
1489-1490
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auf Luſtſpiele ausgeſchrieben, dies halte ihn aber nicht ab, der Commiſſion ſein Trauerſpiel vor⸗ zulegen. Sie ſehen, es liegt Humor darin. Bemerkenswerth iſt die Zuſammenſtellung der Commiſſion: Grillparzer, Halm, Kuranda, Wolf und Korn. Die beiden Erſtern Achtung vor ihrem Talente aber eben ſie ſind es, die Luſt⸗ ſpiele geſchrieben, die durchgefallen ſind. Herr Kuranda ſchrieb nach einem verheimlichten Ent⸗ wurfe Schillers ein Drama und gilt als Aeſt⸗ hetiker nicht höher, als alle andern, die nicht als Aeſthetiker gelten; endlich Wolf ein tüchtiger Fachgelehrter, deſſen Studien über die ſpaniſche Literatur⸗Geſchichte in den armſeligen Brockhaus⸗ ſchen Blättern für literariſche Unterhaltung leider zu wenig gekannt ſind, weil man über die Un⸗ parteilichkeit dieſer Blätter, welche nur ihren Verlag zu lobhudeln und in Auszügen zu bringen gewohnt ſind, ſeine eigenen Gedanken hat, und man den Wiſch, worin einige invalide Pedanten und obſcure Docenten ihre Stylproben nieder⸗ legen, ungeleſen bei Seite ſchiebt. Wir halten dieſe Commiſſion für durchaus nicht competent, über ein Luſtſpiel den Preis zu erkennen. Wenn in Frankreich eine ſolche Commiſſton wäre zu⸗ ſammengeſtellt worden, ſo hätte man gewiß die Namen: Scribe, Leon Gozlan, J. Janin unter den Preisrichtern gefunden; ebenſo hätten die Namen Saphyr, Bauernfeld in dieſer Commiſſion nicht fehlen dürfen. Erſterer ſchreibt ohnehin ſelbſt kein Stück und Letzterer mochte immerhin um den Preis ſich bewerben, gewiß wird er ſeiner eigenen Waare denſelben nicht zuerkennen. Wenn Sie bei Ihnen von Kriegsrüſtungen in HOeſterreich faſeln hören, ſo können ſie immerhin getroſt auf einen langen Frieden rechnen; denn die Mächte dürften ſammt und ſonders überzeugt ſein, daß ein Krieg im Augenblicke größere und nachhaltigere Folgen nach ſich zöge, als ſich ſolche auf den erſten Anſchein ermeſſen laſſen. Daß Heſterreich nichts von ſeiner Würde vergeben und ſeine Ehre aufrecht erhalten, auch dem Römer⸗ grundſatz: si vis pacem pare bellum huldigen muß, iſt einleuchtend; daß es aber ſeine ſiegge⸗ wohnten Heere nur mit Widerſtreben zu neuen Siegen führen möchte, weil ihm die Ordnung und der Friede der bürgerlichen Geſellſchaft theurer find, als die Erreichung ſelbſtſüchtiger Zwecke auf Foſten großer Blutverluſte, kann immerhin auch engenommen werden.

Paris. Den 5. November 1850.

Fatale Vergiſtung. Ein Prinz der Welt unter den Prinzen der Wiſſenſchaft. Die Cholera unter den Schweinen. Berlioz neueſtes Werk. Das philharmoniſche Conzert Lumley. Alex. Dumas und das Theafre historfaue. Ein bon mot Louis Philipps. Fräulein Rachel. Fräulein Brohan.

Ich habe heute eine ganze Ladung Neuigkeiten und muß diesmal in Ihren Spalten ein wenig nehr Raum reclamiren, als gewöhnlich.

Einem unſerer bedeutendſten und geachtetſten,

erzte, dem Doctor von Guiſe, Vater, iſt dieſer Jahreszeiten II.(Nro. 47. Den 20. November.)

Tage ein ungeheures Unglück paſſirt, er hat ſeinen beſten Freund vergiftet. Sie lächeln ungläubig. Und doch ſprach ich niemals ernſthafter. Hören Sie die traurige Hiſtorie. Herr Labbé, ein ehe⸗ maliger Fabrikant, Mitglied des Generalraths und allgemein geehrt und geliebt, litt an einer Unterleibscolique und ließ Herr von Guiſe, ſeinen zwanzigjährigen Freund, rufen, damit dieſer ihn von ſeinem Leiden befreie.Eine Kleinigkeit alter Freund, 6 Tropfen Laudanum in eine Mixtur gemiſcht und in einer Stunde ſind Sie hergeſtellt. Der unglückliche Heilkünſtler ſagte 6 Tropfen und ſchrieb auf das Recept ſechs Grammes. Herr Labbé nimmt die Arznei ein, ſechs Stunden darnach war er eine Leiche. Man denke ſich die Beſtürzung des Doctor, als er die Wirkung ſeiner Arznei und die Urſache des To⸗ des ſeines Freundes rfuhr, ſein Schmerz war ſo ungeheuer, daß man ernſtlich für den Mann be⸗ ſorgt iſt, und Orfila ſelbſt ſoll für ſeinen Geiſt fürchten. Ich komme von dieſem bedauerungs⸗ würdigen Unfall auf ein minder tragiſches Ereigniß. Der Tod des Herrn von Blainville hat im In⸗ ſtitut eine Vacanz eintreten laſſen, um die ſich die Herren Coſſe und Laurent, bis jetzt ohne Er⸗ folg, beworben haben, als plötzlich ein neuer Concurrent auftaucht, zwar nicht ein Fürſt der Wiſſenſchaft, wohl aber ein Prinz von Geblüt. Wer denken Sie wohl, iſt der Bewerber? Hören Sie und ſtaynen Sie, niemand anders als der Prinz von Canino, der Exprefident der römiſchen Conſtituante, derſelbe, der mit den Waffen in der Hand den Truppen Frankreichs vor kaum einem Jahre gegenüber ſtand, derſelbe, der von ſeinem Neffen mit Gensd'armen durch Frankreich trans⸗ portirt wurde. Ja wahrhaftig, Hamlet hat Recht, wenn er ruft:Die Zeit iſt aus den Fugen und man kann den Herr der Heerſchaaren nicht genug dafür danken, daß man nicht die Hamletſche Miſſion hat, ſie wieder einzurenken. Doch wozu ſich über etwas echauffiren, das auch mit zu der beliebten la Force des choses zu rechnen iſt. Ich will Ihnen die ſchlechte Laune durch eine äußerſt ſpaßige Geſchichte vertreiben. Die Cholera, welche die armen Pariſer voriges Jahr ſo entſetzlich ängſtigte, iſt dieſes Jahr in die Schweine gefahren und richtet unter den Lieblingsthieren des heiligen Antonius entſetzliche Verwüſtungen an; beſonders in den mittäglichen Departements tritt die Epi⸗ demie ſehr heftig auf, und wenn der Herr nicht ein Einſehen hat in dieſe Schweineplage, ſo wer⸗ den Schinken und Wurſt den armen Pariſern verdammt ſeltene Gäſte werden. Einem Volks⸗ repräſentanten, der zu Arles ſeit drei Monaten von ſeinem Jaſagen in der geſetzgebenden Ver⸗ ſammlung ausruhte, wurde jüngſt von ſeinem Knecht gemeldet, daß das fetteſte ſeiner Schweine von der Epidemie befallen wäre und entſetzlich grunze. Der Mann, beſorgt um das Geſchick ſeines Vierfüßlers, beſchloß, dem Tode ein ſo theures(das Thier wog 150 Pfund à 65 Cent., macht 95 Francs) Haupt ſtreitig zu machen, in⸗ dem er ſeine Heilung in derſelben Weiſe wie bei

Menſchen zu bewerkſtelligen ſuchte. Gedacht, ge⸗

than, man wickelte das Schwein, trotz all ſeines

Bebattirens mit Schnauze und Füßen, in eine

wollene Decke, füllt ihm mit Hilfe eines Trichters 94